Tristan Taubner ist Marburgs bester Vorleser. Er hat am Mittwoch (18. Februar) den Stadtentscheid zum 67. Vorlesewettbewerb gewonnen.
Tristan Taubner liest für Marburg im Bezirksentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels.Das hat die Jury beim Regionalentscheid im Marburger Bauamtssaal entschieden. Insgesamt zehn Marburger Schulsieger*innen haben beim Stadtentscheid ihre Lesekompetenz unter Beweis gestellt.
„Lesen verbindet“, sagte Bürgermeisterin Nadine Bernshausen. „Es verbindet uns mit den Geschichten, die wir lesen, und mit jenen, mit denen wir diese Geschichten teilen. Manchmal helfen uns diese Geschichten sogar, uns und unsere Umwelt besser zu verstehen.“
Lesen sei „nicht nur eine wichtige Fähigkeit, sondern macht auch großen Spaß“, betonte die Jugend- und Schuldezernentin. Während des Marburger Stadtentscheids freute sich Bernshausen über die Teilnahme zahlreicher Schülerinnen und Schüler am bundesweiten Vorlesewettbewerb. Insgesamt zehn Marburger Schulen haben in diesem Jahr an dem Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels teilgenommen und ihre Schulsieger*innen gekürt.
Die zehn Siegerinnen und Sieger der Schulentscheide haben am Mittwoch (18. Februar) vor einer Jury um den Stadtentscheid um die Wette gelesen und dabei ihre Lesekompetenz unter Beweis gestellt. Die Jury in diesem Jahr setzte sich zusammen aus zwei Buchhändlerinnen, dem Intendanten der Waggonhalle Marburg, einer Autorin, einer Mitarbeiterin der Stadtbücherei, einem Mitarbeiter der Jugendförderung und der Stadt-Siegerin des Vorjahres-Wettbewerbs Tabea Moses. Sie durften sich vorlesen lassen und im Anschluss entscheiden, wer Marburgs beste Vorleserin oder bester Vorleser ist.
„Lesen eröffnet Kindern die Welt“, betonte Bürgermeisterin Bernshausen. „Der Vorlesewettbewerb gibt ihnen dafür Raum, Stimme und Selbstvertrauen.“ Während der Zeit, in der sich die Jury zur Beratung zurückzog, gab es für die Anwesenden die Möglichkeit, sich an einer Fotostation mit dem Lieblingsbuch sowie Freund*innen und Begleiter*innen fotografieren zu lassen.
„Es ist uns schwergefallen“, verkündete die Jury, nachdem sie in den Bauamtssaal zurückgekehrt war. „Ihr alle habt wunderbar gelesen. Es war wirklich eine Freude, euch zuzuhören. Doch am Ende müssen wir uns für eine Person entscheiden.“
Die Spannung im Raum stieg. „Herzlichen Glückwunsch, Tristan Taubner“, verkündete schließlich Bürgermeisterin Bernshausen den Gewinner des diesjährigen Marburger Stadtentscheids. „Was uns bei dir besonders gut gefallen hat, Tristan, ist, wie du die Identifikation mit der Figur umgesetzt hast. Du hast sehr überzeugend gelesen. Das war wirklich prima“, lautete die Begründung der Jury.
Zum Vorlesen hat sich Tristan für eine Textstelle aus „Magnus Chase. Das Schwert des Sommers“ von Rick Riordan entschieden. „Ich interessiere mich für die nordische Mythologie. Das Buch finde ich sehr spannend und mir gefällt der lustige Schreibstil des Autors“, erklärte Tristan seine Wahl.
Am liebsten lese er Abenteuer- und Fantasy-Romane. „Ich mag es, wenn es einen Charakter gibt, der einem gefällt und bei dem man seine Abenteuer und Entwicklung miterleben kann“, erläuterte Tristan Taubner. Zu Anfang des Wettbewerbs sei er sehr nervös gewesen: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gewinne. Es haben alle so toll gelesen.“
Am Ende erhielten alle Teilnehmenden eine Urkunde sowie das Buch „Ziemlich neben der Spur“ von Rocky Winterfeld. Zudem durften sich die Teilnehmenden ein Buch vom Büchertisch aussuchen und mit nach Hause nehmen. Die Bücher haben lokale Buchhandlungen aus Marburg gespendet.
Für Tristan geht es im Bezirksentscheid weiter. An den regionalen Entscheiden der Städte und Landkreise beteiligen sich bundesweit mehr als 7.100 Schüler*innen aus den 6. Klassen. Mehr als 600.000 Kinder haben in diesem Jahr beim Vorlesewettbewerb mitgemacht.
Die rund 650 Regionalwettbewerbe organisieren Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weitere kulturelle Einrichtungen. Die Etappen des Vorlesewettbewerbs führen von der Schule über Stadt-/ Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Bundesfinale mit den 16 Landessieger*innen. Das Finale findet im Juni in Berlin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) statt.
Der – 1959 ins Leben gerufene – Vorlesewettbewerb ist der älteste und größte Schülerwettbewerb Deutschlands. Er wird von der „Stiftung Buchkultur und Leseförderung“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Der Wettbewerb soll Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit tragen, die Lesekompetenz von Kindern stärken und sie somit dabei unterstützen, ihren Horizont zu erweitern, gesellschaftliche Veränderungen einzuordnen und Offenheit für Neues zu entwickeln. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Vorlesewettbewerb.
Der aktuelle Stand des 67. Vorlesewettbewerbs sowie alle Informationen, Termine und teilnehmende Schulen sind auf www.vorlesewettbewerb.de zu finden. Zudem veröffentlicht die Stiftung auf www.vorlesewettbewerb.de/der-wettbewerb/buchempfehlungen kuratierte Lesetipps zu zahlreichen Themen – auch abseits der bekannten Kinderbuchklassiker.
* pm: Stadt Marburg