Vorgestellt: Greta Saiz kandidiert zur Kommunalwahl

Seit 2020 lebt Greta Saiz in Marburg. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 kandidiert sie für die SPD zum Stadtparlament.
nach Marburg gekommen ist sie mitten in der Corona-Zeit. Studiert hat Greta Saiz damals in Gießen. „Aber wegen des Online-Unterrichts war damals egal, wo ich war“, berichtet sie.
Ihr Mann hatte eine Stelle als Arzt in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marburg bekommen. Dort hatte sie gleich nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und ihren Familien hat mich gepackt“, berichtet Saiz.
Ergebnis war die Wahl des Studienfachs Psychologie und anschließend die Aufnahme der Weiterbildung zur Psychotherapeutin für Kinder-und Jugendliche. „Ich arbeite gern mit belasteten Familien zusammen, um gemeinsam Wege aus dem Problem zu finden“, schwärmt Saiz. Mittlerweile hat sie auch selbst eine eineinhalbjährige Tocher, die sie mit ihrer lebhaften Neugier immer in Trab hält.
Zur Politik gekommen ist Saiz in ihrem Heimatdorf. In dem kleinen Ortsteil von Schwalmstadt war sie als Jugendliche zu den Jungsozialisten (Jusos) gestoßen, nachdem der Einzug der AfD ins Parlament und die öffentliche Debatte rund um Menschen mit Fluchterfahrung sie politisierte. Schon bald übernahm sie Aufgaben bei den Jusos und auch im SPD-Ortsverein.
„In Marburg bin ich auch gut eingebunden in die muslimische Gemeinde“, berichtet Saiz. „Viele wundern sich über meinen Namen und mein Kopftuch: leider ist vielen noch nicht bekannt, dass es deutsche Muslime gibt- schon seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten.“
Die gemeinsame Arbeit in der Gemeinde wie auch ihr beruflicher Hintergrund haben Saiz, ihren Ehemann und andere aus der muslimischen Gemeinde angeregt, das Projekt „SOUL“ aufzubauen. Dabei handelt es sich um eine niedrigschwellige vourteilsbewusste psychosoziale Beratungsstelle. „Wir bieten auch eine offene Sprechstunde in der Servicestelle für Soziales an“, erläutert Saiz.
„Niederschwellige Projekte wie diese müssen wir aus meiner Sicht auch unbedingt erhalten“, fordert Saiz. „Daran hängen viele persönliche Schicksale. Viele Menschen machen sich nicht klar, dass es Menschengruppen gibt, die schwieriger ins Versorgungssystem finden, zum Beispiel Menschen mit Migrationsgeschichte“
Darum engagiert sich Saiz auch gegen Rassismus, Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus. „Dass mir jemand vor die Füße spuckt, weil ich Kopftuch trage, habe ich in Marburg erlebt“, berichtet Saiz.
Dennoch gefällt ihr die Stadt. Unangenehme Erlebnisse wie dieses seien selten. „Marburg hat genau die richtige Größe für mich“, erklärt sie. „Die Stadt ist nicht zu klein, sodass sie alles bietet, was ich brauche. Sie ist aber auch nicht zu groß, sodass man darin verlorengehen könnte.“
Am besten aber findet sie in Marburg, „dass wir so vielfältig sind“. Die Menschen begegnen sich „auf Augenhöhe“. „Großartig ist auch der Runde Tisch der Religionen, wo Christen, Juden und Muslime miteinander reden und voneinander lernen“, erklärt Saiz.
Die Erhaltung der psychosozialen Versorgungslandschaft ist das „Pfund“, mit dem sie auch in der Kommunalpolitik wuchern will. „Daran hängt alles Weitere“, erläutert sie. „Armut oder Einsamkeit, unbezahlbare Mieten oder Sorgen wegen des Klimawandels wie auch Kürzungen an Kulturprojekten schlagen sich immer auch in Problemen der einzelnen Menschen nider“, weiß sie.
Als Stadtverordnete möchte sie sich deswegen dafür einsetzen, dass entsprechende Projekte auch in der angespannten Haushaltslage erhalten bleiben. Ganze Projekte zu streichen, findet sie falsch. „Auch wenn wir in Marburg noch in einer vergleichsweise guten Situation sind, müssen wir doch gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Feinde der Demokratie ankämpfen“, fordert sie. Ihren Beitrag zu gelebter Demokratie möchte Saiz mit ihrer Kandidatur zur Stadtverordnetenversammlung leisten.

* Franz-Josef Hanke

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