Verwehrt: Teilhabe ist Menschenrecht

Die Lebenshilfe startet eine bundesweite Kampagne gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe. Ihr Motto lautet „Teilhabe ist Menschenrecht“.
Die Kommunen klagen immer lauter über leere Kassen. Fast täglich kommen neue, unzumutbare Sparvorschläge. Seit sogar Bundeskanzler Friedrich Merz die Kosten der Eingliederungshilfe kritisiert hat, wächst die Angst bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien. Sie befürchten, dass Leistungen der Eingliederungshilfe schon bald gekürzt werden könnten.
Die Lebenshilfe startet deshalb ihre bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“. Damit will die Lebenshilfe der Öffentlichkeit zeigen, wie wichtig die Eingliederungshilfe für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf ist. „Bereits im Grundgesetz steht: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“, erklärte die Lebenshilfe-Vorsitzende Ulla Schmidt. „Daher sagen wir: Finger weg von der Eingliederungshilfe!“
Sie ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und darf nicht angetastet werden. Wer denkt, Menschen mit Unterstützungsbedarf machen sich ein schönes Leben auf Kosten des Staates, irrt gewaltig. Eingliederungshilfe ist kein Luxus! Die Kostensteigerungen sind vielmehr auf die hohen Inflationsraten vergangener Jahre sowie die Tariflohnentwicklung zurückzuführen. Außerdem nehmen die Fallzahlen in der Eingliederungshilfe zu. Das ist eine Folge des medizinischen Fortschritts, der die Lebenserwartung auch von Menschen mit Behinderung erhöht.
Einsparpotenzial sieht die Lebenshilfe allenfalls im Abbau von Bürokratie. Möglich ist das beispielsweise indem die Überprüfungsintervalle für den Bedarf an Eingliederungshilfe verlängert werden und die Leistungsdokumentation vereinfacht wird. Am Dienstag (24. Februar) wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstmals auch die Verbände an dem seit September 2025 laufenden Dialogprozess zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe zwischen Bund, Ländern und Kommunen beteiligen. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wird sich auch dort aktiv gegen Leistungskürzungen, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung beeinträchtigen würden, zu Wort melden.
Die Lebenshilfe ruft dazu auf, die Inhalte ihrer Kampagne „#TeilhabeIstMenschenrecht“ in den Sozialen Medien zu teilen. Auf www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht gibt es weitere Informationen (auch in Leichter Sprache) und vielfältiges Kampagnen-Material.

* pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Marburg

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