Über 120 Studierende präsentierten Ergebnisse aus sieben Lehrveranstaltungen. Bei einer eigenen medienwissenschaftlichen Konferenz thematisierten sie den „Blick“.
Es war ein aufregender Tag, an dem mehr als 120 Studierende teilgenommen haben: Das mit dem Lehrpreis der Philipps-Universität Marburg ausgezeichnete Projekt „Mehr als Seminarraum: Über ein Semesterthema zur großen studentischen Konferenz“ fand Samstag (31. Januar) seinen Abschluss in der großen Studierendenkonferenz unter dem Motto des Semesterthemas „Blick“. Die Studierenden aus sieben Lehrveranstaltungen des Instituts für Medienwissenschaft präsentierten und diskutierten ihre vielfältigen Studienergebnisse, reflektierten das Projekt und tauschten ihre persönlichen Erfahrungen aus.
Der Blick spielt in audiovisuellen Medien und ihrer Rezeption eine entscheidende Rolle: Blicke steuern die Wahrnehmung der Zuschauenden, sie konstruieren und dekonstruieren Bedeutungen, versichern oder verunsichern, eröffnen neue Perspektiven, überraschen und bezaubern oder schockieren, sie entlarven oder konstituieren Machtverhältnisse.
„Das Ziel der Studierendenkonferenz war es, die Studierenden in die Auseinandersetzung mit diesen komplexen Problemstellungen einzubinden, Synergien innerhalb des Fachs zu erfahren, Lerninhalte aktiv mitzugestalten und sich selbst in einer professionellen Kommunikationsform zu erproben“, berichtete Dr. Vera Cuntz-Leng vom Institut für Medienwissenschaft. „So konnte sich alle als Teil einer gemeinschaftlich produzierten Wissenskultur erleben.“
Geboten wurde nicht nur ein breites Themenspektrum; sondern auch die Präsentationsformen sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Den Auftakt machten die Lehrveranstaltungen von Vera Cuntz-Leng und Christian Alexius, wobei erstere sich mit queeren Blickkonstellationen im Film befasste und letztere den „Auteur“ David Lynch fokussierte. Anschließend lud der Kurs von Alena Strohmaier und Daniel Wetzel die Zuhörenden zu einer interaktiven Performance zum Postkolonialismus ein.
Nach der Mittagspause folgte eine Postersession, bei der die Studierenden von Marie Krämer die Aufmerksamkeit auf die Stadt Marburg als Filmort richteten und in ihren Projekten ganz praxisnah der Frage nachgingen, wie Film mit dem musealen Raum in Beziehung kommen kann. Die Gruppe von Monika Weiß präsentierte vier eindrückliche Audio-Visual Essays zu queeren Rezeptionsweisen, Sexismus bei den Olympischen Spielen, parasozialen Beziehungen und der Frage, wie Algorithmen unsere Aufmerksamkeit steuern. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter mit einer Präsentation zum ethnografischen Blick im digitalen Raum, bei der Studierende von Sophie G. Einwächter auch ihre eigene Forschung zu einem Veganismus-Subreddit präsentierten. Zum Abschluss stellten alle Kursteilnehmenden von Nilgu¨n Yelpaze ihre Videoaktivismus-Projekte vor, die bildkräftig aufzeigten, wie unterschiedlich, vielseitig und durchaus auch sehr persönlich der Akt des Hinschauens sein kann.
* pm: Philipps-Universität Marburg