Die Welt hält den Atem an. Doch die Lahn fließt ruhig weiter dem Rhein entgegen.
Selten war ein Jahresbeginn so aufregend wie 2026. Was der selbsternannte Weltenherrscher im Weißen Haus abzieht, das grenzt an eine groteske Gruselgeschichte mit Komödienelementen. Doch das Lachen bleibt den Betrachtenden im Halse stecken, wenn sie sich vergegenwärtigen, dass sie wahrscheinlich die nächsten Opfer dieses unberechenbaren Potentaten werden könnten.
Ein „Friedensrat“ soll nach dem Willen des US-Präsidenten all das regeln, was nach dem Internationalen Völkerrecht Aufgabe der Vereinten Nationen (UN) ist. Den Vorsitz hat er sich selber zuerkannt, und das auf Lebenszeit. Zudem bestimmt allein er, wer mitmachen darf. Selbstverständlich hat er auch ein Vetorecht bei allen Abstimmungen.
Wer bei diesem seltsamen Gremium dabeisein möchte, soll eine Milliarde US-Dollar in bar an Donald Trump übergeben. Demokratinnen und Demokraten können sich da nur noch übergeben vor Ekel. Dennoch haben einige Diktatoren bereits ihre Mitwirkung zugesagt.
Anbesichts dieser Groteske mutet das Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“ geradezu demokratisch an. Dabei ist auch dort längst etwas vom Geiste Trumps eingekehrt: Populisten, Corona-Leugner und Putin-Versteher haben in der einstigen Marburger Friedensinitiative inzwischen das Sagen.
Über den Umgang mit dem russischen Diktator Vladimir Putin und seinen völkerrechtswwidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine kann und muss man sich sicherlich ebenso auseinandersetzen wie über die drohende Militarisierung Deutschlands auf Kosten der Sozialen Gerechtigkeit. Wenn die einstige Friedensinitiative aber zum Erfüllungsgehilfen russischer Geheimdienste verkommt, dann ist es gut, dass sie den Namen „Friedensinitiative“ vor Jahren aufgegeben hat zugunsten der Bezeichnung „Bündnis“. Dieses Wort bezeichnend nun zutreffend das Bündnis, dass sie mit Putin eingegangen ist und an dem sie bald wahrscheinlich eingehen wird.