Die Lebenshilfe hat Frank Busemann und „notjustdown“ mit dem „BOBBY“ 2025 ausgezeichnet. Stattgefunden hat die Preisverleihung am Freitag (14. November) vor mehr als 400 Gästen in Berlin.
Der frühere Weltklasse-Zehnkämpfer Frank Busemann aus Dortmund und die Geschwister Marian und Tabea Mewes aus der nordrhein-westfälischen Stadt Schloß Holte-Stukenbrock setzen sich dafür ein, dass eine inklusive Gesellschaft Wirklichkeit wird. Das tun die Geschwister mit ihrem Instagram-Kanal „#notjustdown“. Für ihr herausragendes Engagement zeichnete sie jetzt die Lebenshilfe mit dem „BOBBY“ 2025 aus.
Der renommierte Medienpreis, den schon Persönlichkeiten wie ChrisTine Urspruch, Günther Jauch, Annette Frier und Kai Pflaume erhielten, wurde am Abend im Rahmen der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vor mehr als 400 Gästen verliehen. Künstlerisch begleitet wurde die Feier von „tonLOS!“. Das ist ein inklusives Gebärdentanz-Projekt der Lebenshilfe „Harzkreis-Quedlinburg“.
Im Berliner Hotel Estrel nahmen Marian und Tabea Mewes ihren BOBBY entgegen. Marian Mewes hat das „Down-Syndrom“. Es wird auch „Trisomie 21“ genannt.
Wie sein Alltag aussieht, welchen Spaß er am Leben hat, aber auch welche Widerstände er überwinden muss, zeigen die beiden Geschwister auf ihrem Instagram-Kanal „#notjustdown“. Sie haben dort mehr als 80.000 Follower. „Mit Ihrem Engagement tragen Sie dazu bei, das Bild von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft zu verändern“, betonte die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt.
Die Geschwister fühlen sich durch die Auszeichnung mit dem „BOBBY“-Preis sehr geehrt. „Einmal“, so Tabea Mewes, „weil Preise natürlich immer cool sind – erst recht, wenn man sie mit seinem Bruder teilen kann! Aber auch, weil das eine tolle Wertschätzung unserer Öffentlichkeitsarbeit der vergangenen sieben Jahre mit #notjustdown ist und uns motiviert weiterzumachen. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftspolitisch vieles Sorgen bereitet und Hoffnungen nimmt. Inklusion und Teilhabe spielten im Bundestagswahlkampf kaum eine Rolle und Deutschland hinkt bei den Umsetzungen der seit 2009 geltenden UN-Behindertenrechtskonvention nach wie vor meilenweit hinterher. Das lässt einen ernüchtert zurück, sollte aber gleichzeitig erst recht Grund dafür sein, weiterhin gemeinsam laut und sichtbar für eine inklusive Gesellschaft einzustehen.“
Preisträger Frank Busemann eroberte 1996 mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille im Zehnkampf die Herzen der Leichtathletik-Fans. Heute kennt ihn das Fernseh-Publikum als ARD-Sportexperten, der regelmäßig auch bei Wettbewerben von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung vor der Kamera steht. So hat er zahlreiche einfühlsame Interviews bei den Weltspielen der Special Olympics 2023 in Berlin geführt. Zudem ist Busemann seit 2014 ehrenamtlicher Botschafter von Special Olympics Deutschland.
In Berlin konnte er am Freitagabend nicht persönlich dabei sein. Ihm überreichte Ulla Schmidt den BOBBY schon vorher. Von der Verleihung wurde auf der Mitgliederversammlung ein kurzer Film gezeigt.
„Sie brennen für den Sport von Menschen mit und ohne Behinderung“ sagte Schmidt in ihrer Rede. „Sie sind ein menschliches olympisches Feuer für eine inklusive Gesellschaft.“
Busemann freute sich: „Ich bin echt stolz auf den BOBBY“. Sein Appell an die Gesellschaft lautet: „Wichtig ist ein respektvoller Umgang. Auf Augenhöhe miteinander umgehen, dann ist uns allen geholfen.“
* pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Marburg