Angehoben: Marburg hat Photovoltaik in fünf Jahren verdoppelt

Seit 2021 nimmt Marburg am „Wattbewerb“ teil. Seither hat die Stadt die Solarleistung verdoppelt.
Welche Kommune nutzt mehr Energie aus der Sonne? Die Stadt Marburg hat 2021 gemeinsam mit den Stadtwerken Marburg (SWM), der gewobau, der Philipps-Universität und zivilgesellschaftlichen Gruppen zur Teilnahme am „Wattbewerb“ aufgerufen. Die Solarleistung in Marburg hat sich seitdem mehr als verdoppelt.
Der „Wattbewerb“ ist ein bundesweiter Wettbewerb zwischen Kommunen. Ziel des Wattbewerbs ist die Verdoppelung der Photovoltaik-Leistung im Stadtgebiet –
und dabei sind alle gefragt, egal ob Stadtverwaltung, Institutionen, Unternehmen oder Privatleute.
Los ging es 2021. Im Sommer 2025 hat Marburg das Ziel mit der Inbetriebnahme der Photovoltaik-Freiflächenanlage „M159“ der Innexis am Pharma-Standort Görzhausen übertroffen. „Die Anlage M159 hat die ausschlaggebenden Megawatt Peak geliefert, die zur Verdopplung der Solarleistung in Marburg beigetragen haben“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Dieses Projekt steht exemplarisch für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen im Rahmen des Wattbewerbs.“
Mit einer Leistung von 3 Megawatt Peak (MWp) zählt die neue Freiflächenanlage zu den größten freistehenden Photovoltaik-Projekten im Stadtgebiet. „Damit gelingt Marburg ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Die Investition von Innexis spiegelt die Verantwortung des Standorts für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Wirtschaft wider“, erläuterte das Stadtoberhaupt.
„Wir von Innexis verfolgen eine nachhaltige Wirtschaftsstrategie“, sagte Innexis-Geschäftsführer Dr. Martin Egger. „Der Ausbau von Photovoltaik spielt dabei eine große Rolle. Er ergänzte: „Dass wir durch unsere Anlage auch den Wattbewerb unterstützt haben, freut uns sehr.“
Gestartet ist Marburg im Juni 2021 mit 1.264 PV-Anlagen – inzwischen sind insgesamt 3.710Anlagen im Stadtgebiet installiert. Die Solarleistung ist seit dem Aufruf zur Teilnahme in 2021 von 21,2 MWp auf 45,6 MWp im Sommer 2025 und mittlerweile sogar auf 47,4 MWp angestiegen. Damit hat sich Marburgs Stromerzeugung aus Solarenergie mehr als verdoppelt.
Seit dem Start des Wattbewerbs wurde der Ausbau von PV-Anlagen in Marburg von vielen Akeur*innen vorangetrieben: durch die Beratungen der ehrenamtlichen Solarberater*innen sowie der städtischen Energieberater*innen, durch die Förderprogramme der Stadt, durch den PV-Ausbau der Stadtwerke Marburg, der gewobau, der Philipps-Universität Marburg, des Pharmastandorts sowie zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen und Aktionen.
„Durch die enge Zusammenarbeit lokaler Institutionen zeigt Marburg, dass Klimaschutz ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist“, erklärte Bürgermeisterin Nadine Bernshausen. „Die Stadt hat die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme am Wattbewerb aufgerufen und unterstützt sie dabei mit gezielten Förderprogrammen – und außerdem durch eigens ausgebildete ehrenamtliche Solarberaterinnen und -Berater.
Allein durch das Zuschussprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ der Stadt wurden seit 2020 mehr als 949 Photovoltaikanlagen gefördert. Sie decken den Jahresstrombedarf von mehr als 3.000 Marburger Haushalten. Bis Ende 2024 wurde dank der Förderprogramme eine Gesamtleistung von mehr als 10 MWp installiert.
„Als Kommune ist es uns wichtig, auch selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und unsere eigenen Gebäude, wo die Möglichkeit besteht, mit PV-Anlagen auszustatten“, erläuterte Stadtrat Dr. Michael Kopatz. So verfügen beispielsweise die Schule am Schwanhof, der Feuerwehrstützpunkt Cappel oder auch das Nachbarschaftszentrum Waldtal über PV-Anlagen. Die Stadt hat seit Beginn des Wattbewerbs eine Leistung von rund 270 Kilowatt-Peak (kWp) installiert.
„Das Ziel des Wattbewerbs haben wir erreicht“, konstatierte Kopatz. „Das bedeutet nicht, dass wir aufhören. Als Stadt werden wir auch weiterhin nachhaltiges und klimaeffizientes Bauen verfolgen.“
Auch die Stadtwerke Marburg und die gewobau haben maßgeblich zum Erreichen des Wattbewerb-Ziels beigetragen. So haben die Stadtwerke auf den eigenen Liegenschaften eine Gesamtleistung von 317 kWp installiert. Hinzukommen 1,1 MWp durch Anlagen, die die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften errichtet haben und von den Stadtwerken betrieben werden.
Von diesen 1,1 MWp stammen allein 948 kWp von den Anlagen der gewobau. „Wir freuen uns, das gemeinsame Ziel zur Verdopplung der Solarleistung mit vorangetrieben und in dieser Sache so gut zusammengearbeitet zu haben“, erklärten Jürgen Rausch von der gewobau und Alexander Sauer von den Stadtwerken. Die Philipps-Universität Marburg, die ebenfalls zur Teilnahme am Wattbewerb mit aufgerufen hatte, verfügt beispielsweise über PV-Anlagen auf dem Gebäude der Chemie, der Universitätsbibliothek, dem Synmikro oder auch dem Parkhaus Nord. Während des Wettbewerbzeitraums hat die Uni insgesamt eine Leistung von 528,1 kWp installiert.
Vertreterinnen und Vertreter der „Scientists for Future“ und „Parents for Future“ begrüßen das Erreichen des Ziels als wichtigen Meilenstein. So waren die zivilgesellschaftlichen Gruppen maßgeblich daran beteiligt, über die Möglichkeiten der Förderungen als auch über alle Fragen rund um PV-Anlagen aufzuklären – sei es im Rahmen eines PV-Picknicks, einer Infoveranstaltung zu Balkonmodulen, einer aufsuchenden Solarberatung oder auf einer Solarparty. Das Zusammenwirken aller Maßnahmen hat dazu beigetragen, Photovoltaik in Marburg als zentralen Hebel für den Ausbau erneuerbarer und kosteneffizienter Energien bekannter zu machen.
Der Wattbewerb läuft weiter und bietet weiterhin einen Anreiz für den freundschaftlichen Wettbewerb der Kommunen im Ausbau der Solarenergie. Abrufbar ist der Vergleich auf plattform.wattbewerb.de/ranking. Die Zahlen und Entwicklung zum Ausbau der PV-Anlagen in Marburg sind auch im Datendashboard „Marburg in Zahlen“ im Bereich „Umwelt und Klima“ und dort unter „Energie und Ressourcen“ zu finden.

* pm: Stadt Marburg

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