Klare Kante: Partei tritt zur Kommunalwahl als „Die Linke“ an

Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2026 tritt Die Linke in Marburg – anders als die letzten Jahrzehnte – nicht mehr als „Marburger Linke“ an sondern als Die Linke. Dieses „kurzzeitige Durcheinander“ hat die Linken Kreisvorsitzende Miriam Stoll am Freitag (3. Oktober) begründet.
1997 hatte die Linken-Vorläufer- partei PDS die Initiative für eine linke Kommunalkandidatur in Marburg ergriffen und erstmals im Westen die Fünf-Prozent-Hürde überwunden. Die Liste wurde „PDS/Marburger Linke“ genannt, weil nicht alle Kandidierenden Parteimitglieder waren. Als sich die PDS 2007 mit der WASG zur Partei „Die Linke“ vereinigte, wurde kurzerhand der Fraktionsname „PDS/Marburger Linke“ durch die Streichung von „PDS“ umbenannt. Dass die Liste jetzt nur noch „Marburger Linke“ hieß und sie mit der Partei verwechselt werden konnte, war gewollt. Die Wahlergebnisse der „Marburger Linken“ bei der Stadtverordnetenwahl und die der Linken bei der Kreistagswahl waren deshalb in Marburg fast identisch.
Die „Marburger Linke“ war von Anfang an keine Organisation, sondern der Name der Liste und der Fraktion. Mehr als zwei Drittel ihrer Kandidierenden gehörten der Linken an. Die Struktur, der Wahlkampf und die Finanzierung wurden hauptsächlich von Personen aus der Linken getragen.
2021 kam es in der Fraktion zu politischen Auseinandersetzungen über die Fortsetzung der Marburger Koalition mit SPD, Grünen und Klimaliste. Es gab starke Meinungsverschiedenheiten über den Kurs der Fraktion und der Partei. Im Zuge dessen kam es auch in der Fraktion zu Aus- und Rücktritten. Die Mitglieder der „Linken“ bildeten daraufhin eine eigene Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung unter dem Namen „Die Linke „.
Bei diesem Schritt ging es insbesondere darum, linke Werte weiterhin stark und sichtbar vertreten zu können. Die verbleibenden Personen auf der Liste „Marburger Linke“ agierten beispielsweise gegen „Move35“ und gegen Ortsbeiräte. Immer wieder fallen sie der Partei „Die Linke“ „durch eine unangenehme Nähe zur CDU auf“.
Auch wurde sich gegen die Aufnahme von Kindern aus Gaza ausgesprochen. Die Linke setzt sich für ein soziales und ökologisches Marburg ein. „Wir wollen ein Marburg fu¨r alle, das solidarisch, sorgend und gerecht ist“, erklärte Stoll.
Um die Verwirrung rund um zwei ähnlich klingende Listen zu beenden, werden die Mitglieder der Partei bei der Kommunalwahl 2026 nicht als „Marburger Linke antreten, sondern als „Die Linke“. Sie erwarten, dass andere nicht als „Marburger Linke“ antreten, um keinen Etikettenschwindel zu betreiben. In der verbliebenen Fraktion „Marburger Linke“ findet sich kein Vertreter der Partei „Die Linke“, dafür aber Mitglieder der drei Parteien DKP, BSW und Piraten. „Es ist das gute Recht dieser Formation zur Kommunalwahl anzutreten, aber nicht mit einem Namen, der unterstellt, es würde sich um Die Linke handeln und viele Wähler*innen täuschen könnte., erklärte Stoll.

* pm: Die Linke Marburg

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