Geld ist nicht Alles: DFG fördert Internationales Graduiertenkolleg für weitere viereinhalb Jahre

Einen großen Erfolg für das internationale Graduiertenkolleg „The Brain in Action“ vermeldete die Philipps-Universität am Mittwoch (20. Dezember). Die DFG fördert es für weitere viereinhalb Jahre.
Der Senatsausschuss für Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des – an den Universitäten Marburg und Gießen etablierten – Internationalen Graduiertenkollegs „The Brain in Action“ (IRTG-1901) für weitere viereinhalb Jahre ab April 2018 beschlossen. Die Höhe der Förderung beträgt etwa 4,5 Millionen Euro.
„Wir freuen uns außerordentlich über diese Bestätigung unserer Arbeit in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagte der Neurophysiker Prof. Dr. Frank Bremmer. Der Geschäftsführende Direktor des Marburg Center for Mind, Brain and Behavior (MCMBB) ist zuglich Sprecher des IRTG-1901 auf Marburger Seite.
„Dies ist ein großer Erfolg des gesamten Teams auf deutscher und kanadischer Seite“, ergänzte Prof. Dr. Katja Fiehler. Die Psychologin ist Sprecherin des IRTG auf Gießener Seite.
Das IRTG-1901 ist ein Ausbildungs- und Forschungsverbund, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von insgesamt fünf Hochschulen zusammenbringt: die Universitäten Marburg und Gießen auf deutscher Seite stehen den drei Universitäten York in Toronto, Western in London in der Provinz Ontario und Queen’s in Kingston in Ontario auf kanadischer Seite gegenüber.
Das IRTG-1901 wurde zum 1. Oktober 2013 von der DFG eingerichtet. Insgesamt 25 Doktorandinnen und Doktoranden promovieren auf deutscher Seite.
Zwölf davon werden aus dem IRTG finanziert und von zwölf Professorinnen und Professoren betreut. Etwa ebenso viele Doktorandinnen und Doktoranden und Professorinnen und Professoren sind auf kanadischer Seite tätig.
Zentrale Komponente des IRTG sind Forschungsaufenthalte der Promovierenden an den beteiligten Universitäten im Partnerland. „Unsere Promovierenden verbringen sechs bis zwölf Monate ihrer Doktorarbeit in Kanada“, berichtete Fiehler. „Die bisherigen Forschungsaufenthalte waren für die Promovierenden wissenschaftlich – aber auch persönlich – überaus erfolgreich und bereichernd. Gerade die internationale Vernetzung in einer frühen Karrierephase ist ein großes Plus.“
Im Laufe der bisherigen vier Jahre habe sich „ein toller Team-Spirit gebildet“, ergänzte Bremmer. Dieser gemeinsame Geist bestehe „über Universitäts- und Ländergrenzen hinweg“.
Zentrales Forschungsthema des IRTG-1901 ist die Frage, wie Wahrnehmung und Handlung zusammenspielen und auf neuronaler Ebene verarbeitet werden. Traditionell wurden Wahrnehmung und Handlung getrennt untersucht.
„Im täglichen Leben – wie etwa beim Greifen nach einer Tasse Kaffee – müssen sensorische und motorische Signale aber gleichzeitig vom Gehirn verarbeitet werden, wenn etwa das Fühlen beim Berühren der Tasse signalisiert, das Ziel der Handlung erreicht zu haben“, erläuterte Bremmer. „Wir freuen uns sehr darüber, die erfolgreiche deutsch-kanadische Forschung auf diesem Feld in den kommenden Jahren fortsetzen zu können.“
Die Bilanz sei bereits jetzt sehr erfolgreich. „Zehn Promotionen wurden bislang erfolgreich abgeschlossen und alle Promovierten haben attraktive Stellen in der Wissenschaft oder Hightech-Industrie gefunden“, berichtete Fiehler.
Graduiertenkollegs werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft für bis zu neun Jahre gefördert. Ziel ist, die Promotionsphase weiter zu strukturieren und durch Zusatzangebote sogenannte „transferable skills“ zu vermitteln, um damit die Promovierenden optimal auf Karrieren innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft vorzubereiten. Die erfolgreiche Verlängerung des IRTG-1901 ist nach der Verlängerung des SFB/TRR-135 innerhalb weniger Wochen bereits der zweite große Erfolg der Neurowissenschaften und der Psychologie an den Standorten Marburg und Gießen.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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