Kaffee und Kuchen: Das Leben feiern mit Demenz

Ihr zehnjähriges Bestehen hat die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz mit Kaffee und Kuchen, Musik und Information gefeiert. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Das Leben feiern“.
das zehnjährige Bestehen der lokalen Allianz für Menschen mit Demenz wurde mit einem Jubiläumscafé, Kuchen und Musik gefeiert. Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Angebote, sich zum Thema und den Angeboten vor Ort zu informieren – und sich zu bewegen. Auch Schirmherrin und Stadträtin Kirsten Dinnebier tanzte mit.
„Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sollen ganz selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, sagte Dinnebier. „Diesem Ziel ist die Marburger Allianz seit ihren Anfängen verpflichtet.“
Vor dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) erklärte die Schirmherrin der Allianz für Menschen mit Demenz in ihrem Grußwort, zu den vielen Fähigkeiten und Stärken der Allianz gehöre auch, dass sie feiern könne „und zwar richtig“. „Das Leben feiern“, sei auch im Angesicht von Demenz überaus wichtig. Deshalb stand genau dieses Motto über dem Jubiläum, das mit Essen und Trinken sowie mit Musik und Bewegung gefeiert wurde.
Jeder Gast erhielt einen Gutschein über ein Kaffeegedeck und ein Getränk und durfte es sich gut gehen lassen. „Teilhaben heißt auch, bei Musik, Essen und Trinken zusammen sein und die Gemeinschaft mit anderen zu genießen“, betonte Dinnebier. „Das musikalische Café ist deshalb die ideale Form, das zehnjährige Bestehen der Lokalen Allianz zu feiern.“
Samuel Bos sorgte für Live-Musik und Ulrike Reuter animierte alle zum Tanzen – egal, ob im Stehen, im Sitzen oder am Rollator. Auch die Schirmherrin beteiligte sich und freute sich, mit vielen der Mitarbeitenden der verschiedenen Organisationen ebenso wie mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen.
Vor dem Erwin-Piscator-Haus und im Foyer gab es Infostände zum Thema Alzheimer und Demenz und zu den Angeboten in der Stadt und der Region. Ein kleines „Mathematikum im Koffer“ gehörte ebenfalls zum Programm des Tages.
Seit dem Jahr 2013 arbeiten verschiedene Marburger Organisationen gemeinsam in der Allianz, um sich für eine demenzfreundliche Stadt zu engagieren. Die Allianz initiiert und begleitet Entwicklungen, die die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen verbessern sollen. „Wir klären über das Thema Demenz auf und wollen dazu beitragen, dass die Betroffenen sozial eingebunden sind und entsprechende Prozesse in Marburg angestoßen werden“, erläuterte Sonja Röllinghoff als Geschäftsführerin der Allianz.
Den Anstoß zur Gründung gab ein Bundesprogramm. Inzwischen fördert die Stadt die Allianz finanziell, um den Fortbestand zu gewährleisten.
Seit ihrer Gründung hat die Vereinigung vielfältige Aktionen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem Informations-Stände auf Marburger Märkten, öffentliche Vortragsveranstaltungen und Schulungen. Zudem gibt die Allianz eine mehrsprachige Broschüre zur Begleitung von Krankenhausaufenthalten von Menschen mit Demenz heraus.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Miteinander und Begegnung. Während der Corona-Pandemie mussten dafür kreative Lösungen gefunden werden. 2021 und 2022 wurden Freiluft-Konzerte für die Marburger Pflege-Einrichtungen organisiert.
„Diese sind sehr gut angekommen“, berichtete Dinnebier. „Denn Musik macht Freude, verbindet Menschen und weckt Erinnerungen.“ Das wurde auch bei der Jubiläumsfeier unter Beweis gestellt.
Derzeit sind 15 Kooperationspartner an der Allianz beteiligt. Das sind die Alzheimer Gesellschaft, der Verein für Selbstbestimmung und Betreuung, die Freiwilligenagentur, die Initiative „Leben im Alter“, die Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie, das Forum für Humanistische Pädagogik und Betreuung, die Evangelische Familienbildungsstätte, der Seniorenbeirat, der städtische Fachdienst Altenplanung, die Pflegeberatung Compass, das Pflegeteam Ridder, die Marburger Hauskrankenpflege, die Tagespflege „AurA“, der Maltester Hilfsdienst und die Altenhilfe St. Jakob.

* pm: Stadt Marburg

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