Die Welle als Wand: Wegen Omikron fallen Stadtbusse aus

Aufgrund des hohen Krankenstands wird der Stadtbusverkehr eingeschränkt. Das haben die Stadtwerke Marburg (SWM) am Freitag (4. Februar) mitgeteilt.
Am Montag (7. Februar) werde es eine genaue Aufstellung geben, welche Linien und welche Fahrten diese Einschränkung betrifft. Wer sich informieren will, kann die App „DyFisTalk“ der Stadtwerke benutzen. Im Gegensatz zu den Informationen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) ist sie immer auf dem neuesten Stand.
Die erste Stufe der Fahrplaneinschränkungen setzt am Dienstag (8. Februar) ein und endet am Freitag (11. Februar). In dieser Zeit entfallen Fahrten auf den Linien 1, 4, 10 und der Ringlinie 7/27. Die ausfallenden Fahrten sind in den Fahrplänen auf der Website der SWM gelb hervorgehoben.
Die zweite Reduzierungsstufe beginnt am Montag (14. Februar). Dann wird die Anzahl der Fahrten einzelner Linien verringert beziehungsweise der Takt angepasst. Um welche Linien es sich handelt, können Fahrgäste im Internet oder an den Haltestellen einsehen, an denen dann aktualisierte Fahrpläne aushängen.
Ab Montag (14. Februar) kommt es voraussichtlich auch zu Einschränkungen im AST-Verkehr. Auf sie wollen die Stadtwerke dann noch speziell hinweisen. Am Freitag (4. Februar) verzeichneten die Stadtwerke einen Krankenstand von 20 Prozent ihres Fahrpersonals.
Doch die Omikron-Welle schlägt auch in anderen Bereichen zu. So wurde auch ein Sachgebiet des städtischen Sozialamts wegen zu vieler Erkrankungen geschlossen. Betroffen von Corona-Infektionen sind zudem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen.
Dass trotz dieser problematischen Entwicklung laut über „Ausstiegsperspektiven“ diskutiert wird, ist ein falsches Signal. Nach allen Modulationen wird der Scheitelpunkt der Omikron-Welle voraussichtlich Mitte bis Ende Februar erreicht. Gerade die nächsten zwei bis drei Wochen ist deshalb höchste Zurückhaltung bei Kontakten geboten!
Auch wenn die Omikron-Variante des Coronavirus nicht so schädigend wirken mag wie die Delta-Mutante, entfaltet sie doch allein aufgrund ihrer höheren Verbreitung ein immenses Gefahrenpotenzial. Wenn nur 5 Prozent der Infizierten daran schwer erkranken, wird das Hunderttausende betreffen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr von LongCovid, das auch bei milderen Verläufen einer Corona-Infektion auftreten und andauernde Folgen verursachen kann.
Unbestreitbar ist es durchaus angemessen, mögliche Lockerungsschritte und deren sinnvollste Reihenfolge frühzeitig vorzubereiten. Derlei aber bei dramatisch steigenden Inzidenzen bereits in aller Öffentlichkeit lautstark zu diskutieren und damit bei ausgehungerten und verunsicherten Menschen möglicherweise falsche Hoffnungen zu wecken, ist unverantwortlich. Viele Menschen leiden nach der langen Dauer der Pandemie erheblich und der damit verbundenen Einschränkungen an Depressionen und anderen psychischen Folgeerscheinungen.
Ihnen nun mit der Debatte über angeblich anstehende Lockerungen im bildlichen Sinne „die Wurst hinzuhalten“, die aller Voraussicht nach aber lange noch nicht greifbar sein wird, ist eine subtile Form von Folter. Damit werden die Leiden der ohnehin bereits stark Leidenden leider noch stark vergrößert. Darum wäre es besser, wenn Politikerinnen und Politiker sowie abgehobene Verbandsfunktionäre einmal ihr Maul hielten und ihre Arbeit täten, statt sich ständig in peinlichen Talk-Runden zu Fragen zu äußern, von denen sie bestenfalls Ahnung haben, wahrscheinlich aber wenig wissen.

* Franz-Josef Hanke

Ein Kommentar zu “Die Welle als Wand: Wegen Omikron fallen Stadtbusse aus

  1. Pingback: Zweite Stufe: Weitere fahrplaneinschränkungen im Stadtbusverkehr – marburg.news