Stefan Heck: Direktkandidat der CDU zur Bundestagswahl

Stefan Heck

Stefan Heck am 06.07.21 im Wahlkreis. / Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

„Ich bezeichne mich als konservativ“, erklärt. Dr. Stefan Heck. „Damit finde ich mich hoffentlich in der Mitte wieder zwischen staatlicher Schutzverpflichtung und individueller Selbstverantwortung.“
Zur Bundestagswahl am Sonntag (26. September) bewirbt sich Heck bereits zum dritten Mal als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 171 „Marburg-Biedenkopf“. Geboren wurde er 1982 in Marburg. Aufgewachsen ist der amtierende Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport (HMIS) in Mardorf, wo er immer noch zuhause ist.
„Mich reizt die Rückkehr in den Bundestag“, erklärt Heck. „Dort durfte ich spannende Themen wie das Urheberrecht bearbeiten. Das würde ich gern weitermachen“
Zufrieden ist der ehemalige Abgeordnete vor Allem mit seiner Arbeit zum Urhebervertragsrecht. „Wir haben Mindeststandards und Auskunftsansprüche festgeschrieben, die den Urhebern direkt zugute kommen“, erläutert er. „Für sie ist es dadurch viel leichter, eine gerechte Vergütung ihrer Leistung durchzusetzen.“
Mit Sorge betrachtet Heck die zunehmende Macht internationaler Onlineplattformen. „Das ist sowohl ein Problem für die Urheber und ihre Rechte als auch für die Demokratie“, warnt er. „Diese Einflüsse müssen wir ebenso eingrenzen wie ihre Möglichkeiten zur Steuerflucht.“
Während Heck 2013 über die Landesliste der CDU in den Deutschen Bundestag einzog, scheiterte er 2009 und 2017 an der hohen Zahl der CDU-Direktmandate. Auf Platz 7 der hessischen CDU-Landesliste hat er auch 2021 kaum eine Chance, wenn er nicht das Direktmandat gewinnt. „Über die Liste kommt wahrscheinlich kein einziger CDU-Bewerber rein“, stellt er sachlich fest.
Darum hält Heck sich auch beide Optionen offen. „Sowohl der Bundestag als auch meine Position im Innenministerium bieten sehr spannende Aufgaben“, erklärt der promovierte Jurist.
„Die zweieinhalb Jahre, seit ich Staatssekretär bin, waren eine harte Zeit“, resümiert heck. „Angefangen am Mord an Walter Lübcke über den schrecklichen Anschlag in Hanau und den Tod von Thomas Schäfer bis hin zu Corona war das eine große Herausforderung.“
Stark eingespannt war er vor allem bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Wir müssen erreichen, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen“, erklärt er. „Mir ist wichtig, dass wir die Menschen von der Notwendigkeit einer Impfung überzeugen, die nicht nur dem eigenen Schutz dient, sondern vor Allem auch dem all derjenigen, die sich nicht impfen lassen können.“
Aktiv war Heck allerdings auch wegen der Katastrophenhilfe im Ahrtal und an der Erft sowie in Griechenland. Hessen hatte Hilfstrupps in alle drei Regionen entsandt. Während an der Ahr das Technische Hilfswerk und die DLRG im Einsatz war, halfen hessische Feuerwehrleute bei der Waldbrandbekämpfung in Griechenland.
„In den Social Media werden wir kritisiert, warum wir die Feuerwehr nach Griechenland schicken und nicht ins Ahrtal“ berichtet Heck. „Erstens sind Leute vom Technischen Hilfswerk aus Hessen immer noch dort; und was sollen Waldbrandbekämpfer im Ahrtal?“
Im Katastrophenschutz sieht der Staatssekretär das Land Hessen gut aufgestellt. Die Katastrophenhilfe sei aber nicht nur eine moralische Unterstützung der Betroffenen, sondern auch eine wertvolle Einsatzerfahrung für die Hilfskräfte. „Gebe Gott, dass wir diese Erfahrungen in Hessen nicht brauchen werden“, schränkt Heck jedoch ein.
Auf die rechten Chatgruppen bei der hessischen Polizei habe das Innenministerium mittlerweile auch angemessen reagiert. „Wir haben eine unabhängige Beschwerdestelle eingerichtet“, berichtet Heck. „Man darf aber nicht alle Polizeibeamtinnen und Beamte unter Generalverdacht stellen, wie es leider immer wieder passiert.“
Auch beim Klimaschutz sei Deutschland bereits gut vorangekommen, meint Heck. „Es gibt vielfältige Förderprogramme für die Sanierung von Altbauten und den Umstieg auf Elektromobilität“, erklärt er. „Allerdings werden wir den ÖPNV noch weiter ausbauen müssen gerade im ländlichen Raum.“
Bei der Steuerung der Maßnahmen setzt er vor allem auf Anreize durch Förderprogramme und die CO2-Bepreisung. Hinzu kommen Investitionsprogramme für Maßnahmen der Öffentlichen Hand zum Klimaschutz. „All das darf den Wohlstand aber nicht gefährden“, warnt er.
Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt für Heck nicht in Frage. Aber auch mit der Linken kann er sich eine engere Zusammenarbeit nicht vorstellen. „Die wollen aber auch nicht mit uns“, stellt er lakonisch fest.
Eine schwarz-grüne Koalition hingegen hat er auf Landesebene kennengelernt und kann sie sich auch im Bund gut vorstellen. „Das hängt immer von den beteiligten Menschen ab“, erklärt er. „Letztlich ist jedoch das Wahlergebnis ausschlaggebend, das den Wählerwillen auch in den möglichen Koalitionsoptionen ausdrückt.“

* Franz-Josef Hanke

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