Gerettet: DLRG zurück von Fluteinsatz in Erftstadt

Die DLRG Marburg-Biedenkopf beendet ihren Hochwassereinsatz in NRW. Einsatzkräfte haben zwölf Menschen aus eingeschlossenen Häusern evakuiert.
Der Wasserrettungszug der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Marburg-Biedenkopf ist gemeinsam mit Unterstützungskräften der Freiwilligen Feuerwehr Dreihausen aus dem Hochwassereinsatz in Nordrhein-Westfalen (NRW) zurückgekehrt. Im schwer vom Unwetter getroffenen Erftstadt konnten die insgesamt 25 Einsatzkräfte zwölf Menschen aus vom Wasser eingeschlossenen Häusern befreien.
Der Einsatzbefehl kam am Donnerstag (15. Juli) um 19:25 Uhr. „Am Freitag um 5:36 Uhr waren wir auf der Autobahn“,berichtete Zugführer Dirk Bamberger. Der Landtagsabgeordnete ist nicht nur Zugführer des Wasserrettungszugs, sondern auch Vorsitzender der DLRG Marburg.
In der Zwischenzeit war der Konvoi mit insgesamt sieben Fahrzeugen und fünf Booten der DLRG Ortsgruppen Marburg, Wallau, Gladenbach und Neustadt sowie eines Einsatzfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Dreihausen zusammenzustellen und auszurüsten. „So kurzfristig in einen großen Einsatz zu starten ist nicht ganz einfach, gehört für uns, auch wenn wir uns allesamt rein ehrenamtlich engagieren, aber auch dazu“, erklärte Bamberger.
Schließlich seien die Wasserretter mit ihren Fähigkeiten wie Strömungsrettung, Tauchen und das Führen von Booten auch als Teil des Katastrophenschutzes vorgesehen. Genau darum wurden sie, alarmiert vom Landkreis Marburg-Biedenkopf, vom Land Hessen in die Katastrophenregion entsandt.
Ursprünglich geplant war, sich zunächst mit anderen hessischen Einsatzkräften in Düsseldorf zu sammeln. „Soweit kamen wir allerdings erst gar nicht“, berichtete der stellvertretende Zugführer Bernd Buß. Der gesamte Konvoi sei noch in der Anfahrt direkt an die Einsatzstelle in Erftstadt dirigiert worden.
Worauf die mittelhessischen Einsatzkräfte stießen, sei kaum zu beschreiben. „Solche Schäden hat niemand von uns in noch keinem anderen Einsatz gesehen“, sagte Bamberger. „Straßen, Brücken, alle möglichen Leitungen und vor allem Wohnhäuser, die gesamte Infrastruktur ist stellenweise nicht nur zerstört, sondern einfach weg.“
Dementsprechend schwierig sei es für die Helferinnen und Helfer gewesen, mit den Fahrzeugen und Bootsanhängern an die Einsatzstelle zu gelangen. Einmal angekommen ging es gleich in den Einsatz.
„Zwölf Menschen haben wir im Schadensgebiet finden und aus ihren vom Wasser eingeschlossenen Häusern befreien können. Darunter zum Teil bettlägerige Menschen aus Wohnungen ohne jedwede Versorgung“, berichtete Bamberger. „Das freut uns natürlich enorm. Und es macht klar, dass auch Corona an unserem Ausbildungsstand und Fähigkeiten nichts geändert hat. Wenn es darauf ankommt“, sind wir da.“
Dabei gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten aus Dreihausen kameradschaftlich und professionell. „Dieser Einsatz hat mal wieder gezeigt, dass es in der Zusammenarbeit völlig egal ist, in welcher Hilfsorganisation man tätig ist; entscheidend ist allein die gemeinsame Leidenschaft Menschenleben retten zu wollen“, sind sich Bamberger und Fabian Grün von der Feuerwehr Dreihausen einig.

* pm: Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Marburg-Biedenkopf

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