Fabelhaft: Ministerin übergab Förderbescheide für Integrationsarbeit

Förderbescheide über je 600.000 Euro für „WIR-Vielfaltszentren“ in Marburg und im Kreis hat Sozialministerin Heike Hofmann übergeben. Damit sind sie bis Ende 2030 gesichert.
Hessen setzt die Förderung der WIR-Vielfaltszentren im Rahmen des Landesprogramms „WIR – Vielfalt und Teilhabe“ fort: Sozial- und Integrationsministerin Heike Hofmann hat am Montag (11. Mai) je einen Bescheid über 600.000 Euro für die aktuelle Förderperiode von Januar 2026 bis Ende 2030 an die Stadt Marburg und den Kreis Marburg-Biedenkopf übergeben. Für die Stadt nahm Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, für den Landkreis der Erste Kreisbeigeordnete Peter Neidel den Fördernachweis entgegen.
„Wir setzen die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Land und kommunalen Akteuren fort und stärken mit unserer Unterstützung die kommunalen Integrationsstrukturen“, sagte Hofmann im Rahmen der Übergabe. „Da sich die Förderperiode bis Ende 2030 erstreckt, sorgen wir bei den lokalen Verwaltungen zudem für große Planungssicherheit.“
Oberbürgermeister Spies erklärte dazu: „Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – sind ebenso zentrale gesellschaftspolitische Ziele wie die Gestaltung eines wertschätzenden Zusammenlebens in Vielfalt. Diese Ziele verfolgen wir in der Universitätsstadt Marburg seit langem.“ Spies bedankte sich für die Unterstützung: „Die Realisierung wird durch die Förderung durch das Hessische Sozialministerium maßgeblich unterstützt.“
Neidel fügte für den Landkreis hinzu, Integration brauche konkrete Chancen und starke Netzwerke: „Mit unseren Projekten fördern wir Teilhabe ganz praktisch – durch Begegnung, Beratung und den direkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Mit der Förderung für die nächste Periode können wir bewährte Projekte sichern und gleichzeitig neue Schwerpunkte setzen. Davon profitieren nicht nur die Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern unsere gesamte Region.“
WIR-Vielfaltszentren sind lokale Schnittstellen zwischen Land und Kommunen sowie zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft. Sie koordinieren regionale Integrationsarbeit vor Ort – etwa dadurch, dass sie Integrationsstrategien für das Zusammenleben innerhalb der Kommunen entwickeln. Teil davon ist auch die Unterstützung von Zugewanderten bei der Orientierung und darüber hinaus. Vielfaltszentren sind zudem Anlaufstellen für Migrantenorganisationen und Ehrenamtliche. Eine weitere Aufgabe ist, öffentliche und zivilgesellschaftliche Institutionen im Sinne einer vielfaltsorientierten Öffnung zu beraten, um struktureller Diskriminierung und Rassismus gezielt entgegenzuwirken.
In der Stadt Marburg ist das WIR-Vielfaltszentrum auch daran beteiligt, den Zugang zu Dienstleistungen etwa von Behörden zu verbessern oder zu vereinfachen – etwa durch Angebote in Einfacher Sprache. Das WIR-Zentrum des Kreises arbeitet unter anderem an einem Teilhabe- und Integrationskonzept. Zudem zählt auch die Digitalisierung der Informationen zu kommunalen Integrationsangeboten über die „Integreat-App“ zu dessen Aufgaben. Daneben sind die Vielfaltszentren wichtige Netzwerke, um Vorgänge rund um den Integrationsprozess zu stärken.
Abschließend wies Hofmann darauf hin, dass das WIR-Programm von seiner Gründung bis heute eine wahre Erfolgsgeschichte sei: „Die Vielfaltszentren ermöglichen enge und partnerschaftliche Kooperation zwischen Land und Kommunen. WIR hilft, das Zusammenleben in unserer Gesellschaft aktiv zu gestalten. Deshalb bin ich glücklich, dass wir mit den Förderzusagen dafür sorgen können, dass diese tolle und erfolgreiche Arbeit auch hier in Stadt und Landkreis weitergehen kann.“

* pm: Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Wiesbaden

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