Drei sind dabei: Kreise wollen Wasserstoffregion werden

Drei mittelhessische Landkreise gehen in Sachen Wasserstoff voran. Die Kreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill bewerben sich als HyExpertRegion Mittelhessen.
Als „Wasserstoff-Region Mittelhessen“ wollen die Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill die Möglichkeiten einer Produktion und Anwendung von Wasserstoff und Brennstoffzellen in den Bereichen Mobilität, Infrastruktur und Industrie prüfen. Dazu haben die drei mittelhessischen Landkreise eine gemeinsame Bewerbung für den Förderwettbewerb „HyExpert“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) auf den Weg gebracht.
Sollte die Bewerbung als „HyExpert-Region“ angenommen werden, winken bis zu 400.000 Euro an Fördergeldern. Damit sollen konkrete Projekte zur regionalen Herstellung von Wasserstoff auf Basis Erneuerbarer Energien und zur entsprechenden Nutzung entwickelt werden. Der Schwerpunkt liegt in der Produktion und Anwendung von Wasserstoff und Brennstoffzellen in den Bereichen Mobilität, Infrastruktur und Industrie.
Grundlage dafür ist das bisherige Engagement des Landkreises innerhalb der „HyStarter-Wasserstoffmodellregion Marburg-Biedenkopf“. Dabei arbeitet der Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Zeit gemeinsam mit der Universitätsstadt Marburg, den Stadtwerken Marburg (SWM) und etwa 60 weiteren Akteuren daran, das vollständige Potenzial der regionalen Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff vor Ort sichtbar zu machen.
Die Ergebnisse dieser Grundlagenarbeit werden am 5. Oktober 2021 vorgestellt. Dann läuft „HyStarter“, das bereits als Modellprojekt vom BMVI gefördert wurde, aus.
„Wir würden uns freuen, wenn wir mit der HyExpertRegion Mittelhessen hieran anknüpfen könnten“, erklärte Landrätin Kirsten Fründt. Die Ergebnisse aus dem „HyStarter“-Projekt seien eine gute Basis für konkrete Schritte hin zu einer umfassenden und nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft für die gesamte Region. Schritte, die über verschiedene Wege die Bereiche Mobilität, Industrie und Energieversorgung in Mittelhessen miteinander vernetzen sollen. Und das klimaneutral, nämlich auf Grundlage einer „grünen“ Wasserstofferzeugung mit Hilfe von regionalem Strom aus Erneuerbaren Energien und mittels alternativen Wasserstofferzeugungsverfahren.
„Und das eben am liebsten gemeinsam“, erläuterte Fründt. „Denn auch in Sachen Wasserstoff verspricht die Zusammenarbeit mit den Kreisen Gießen und Lahn-Dill eine vielversprechende Verbindung zu werden.“ Das zeige sich schon bei der gemeinsamen Antragstellung, die vom Landkreis Marburg-Biedenkopf angestoßen worden sei.
So etwa bringe der Landkreis Gießen eine „Lernwerkstatt Wasserstoff-Brennstoffzellenbusse“ und einige gewerbliche Wasserstoffprojekte wie den Bau einer Wasserstofftankstelle in Gießen mit in die gemeinsame Antragsstellung ein. Der Lahn-Dill-Kreis verfüge zudem über einige Unternehmen mit Brennstoffzellen-Projekten und habe ebenfalls ein großes Interesse an Wasserstoff-Einsatzpotenzialen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der Logistik und der Industrie. Auch die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA), das Chemikum Marburg in Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität und der Gießener Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) unterstützen die Antragsstellung mit Ihrer Wasserstoffexpertise.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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