Terminlich erwischt: Erste Bilanz zur Arbeit des Impfzentrums

Nach der Eröffnung des Impfzentrums Marburg am Dienstag (9. Februar) haben die Verantwortlichen eine erste positive Zwischenbilanz gezogen. 824 Menschen haben bis Sonntagabend im Impfzentrum auf dem Messegelände eine Corona-Impfung erhalten.
Der Betrieb läuft reibungslos. „Die erste Zwischenbilanz, die wir ziehen können, ist ausgesprochen positiv und gibt uns Auftrieb für den Betrieb des Impfzentrums in den kommenden Wochen und Monaten“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Dass jetzt auch die Impfzentren in Betrieb seien und immer mehr Menschen geimpft werden könnten, sei für die Bürgerinnen und Bürger ein wichtiges und positives Signal in schwierigen Zeiten. Sie dankte allen Akteuren, die vor und hinter den Kulissen für einen reibungslosen Betrieb des Impfzentrums sorgen, sowie der Universitätsstadt für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Gleichzeitig bedauerte sie, dass der Impfstoff nach wie vor eine Mangelressource sei und derzeit nur etwas mehr als 100 Menschen pro Tag im Impfzentrum geimpft werden könnten.
Dem schloss sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies an. „Ich bin froh, dass wir hier in enger und reibungsloser Zusammenarbeit zwischen der Universitätsstadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf eine zentrale Schaltstelle für die Bekämpfung der Corona-Pandemie einrichten konnten“, unterstrich das Stadtoberhaupt.
Landrätin und Oberbürgermeister lobten die Arbeit der Mitarbeitenden des Roten Kreuzes und der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie der Ärztinnen und Ärzte, die mit großer Professionalität und Empathie die Menschen im Impfzentrum begleiten und die Impfungen durchführen.
„Die Rückmeldungen, die wir bekommen, sind sehr positiv; und die ersten Tage des Regelbetriebs zeigen, dass unsere Planungen gut und richtig waren“, erläuterten Karsten Oerder von der Johanniter-Unfall-Hilfe und Holger Tolde vom Deutschen Roten Kreuz. „Wir haben im Vorfeld und in Testläufen die Prozesse immer wieder überprüft und bei Bedarf nachgebessert. Nach dem Startschuss in der vergangenen Woche läuft der Betrieb wie ein gut justiertes Uhrwerk.“
Als organisatorische Leiter sind sie für die reibungslosen Abläufe verantwortlich. „Nach der ersten Woche im Regelbetrieb sind wir sehr zuversichtlich, dass auch der spätere Betrieb bei voller Auslastung mit rund 1.200 Impfungen pro Tag ohne nennenswerte Probleme laufen wird“, unterstrichen Kreisbrandinspektor Lars Schäfer als Gesamtleiter für den Aufbau und den Betrieb des Impfzentrums und Amtsärztin Dr. Birgit Wollenberg.
Verschönert wird ein Wartebereich des Impfzentrums durch eine Vielzahl von Bildern, die Kinder gemalt haben. Gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband hatte der Landkreis einen Malwettbewerb bei den Kinderfeuerwehren im Kreis ins Leben gerufen, Um die Atmosphäre im Impfzentrum zu verbessern.
Dieser Aufruf fand große Resonanz. Mehr als 100 Bilder zieren nun die Wände in dem Bereich, in dem Geimpfte noch eine zeitlang warten müssen, um akut auftretende Impfreaktionen sofort zu erkennen.
Derzeit ist täglich in der Zeit von 9 Uhr bis 18 Uhr eine sogenannte Impfstraße mit vier Impfkabinen in Betrieb. Unter voller Auslastung könnten bis zu vier dieser Straßen mit insgesamt 16 Kabinen genutzt werden, um pro Tag rund 1.200 Menschen impfen zu können. Pro Impfstraße sind bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz.
Dabei handelt es sich um Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal sowie Personal für Verwaltung und Logistik. Mitarbeitende einer Sicherheitsfirma sorgen parallel für geordnete Abläufe. Fachpersonal kümmert sich um die Aufbereitung der Impfstoffdosen.
Der Kreis geht derzeit von einem Betrieb des Impfzentrums für 250 Tage aus. Arbeiten soll es später an sieben Tagen pro Woche, unter voller Auslastung etwa 15 Stunden zwischen 7 Uhr und 22 Uhr täglich.
Das Land Hessen rechnet mit einer Impfquote von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung. Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf bedeutet das, die Impfungen für mindestens 147.000 Personen zu organisieren, die zweimal innerhalb unterschiedlicher Zeitintervalle geimpft werden müssen.
Derzeit sind nur Personen impfberechtigt, die nach der Impfverordnung des Bundes in der höchsten Prioritätsstufe eingruppiert sind. Dazu gehören über 80-Jährige, Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder Personen, die dort tätig sind, Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten, Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdiensten, spezialisierter ambulanter Palliativversorgung, Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, in denen Personen behandelt werden, bei denen eine Corona-Infektion schwere oder gar tödliche Verläufe erwarten lässt, wie etwa Onkologie oder Transplantationsmedizin.
Auf der Grundlage eines Einsatzbefehls der hessischen Landesregierung hatte der Landkreis Marburg-Biedenkopf unter der Gesamtleitung seines Fachbereichs Gefahrenabwehr gemeinsam mit der Universitätsstadt Marburg, den Stadtwerken Marburg (SWM), dem Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg (DBM) und der Messe Marburg Veranstaltungs-GmbH Ende 2020 innerhalb von nur acht Tagen das Impfzentrum für den Landkreis Marburg-Biedenkopf auf dem Marburger Messeplatz errichtet. Seit 11. Dezember 2020 ist das Impfzentrum einsatzbereit.
Der Auf- und Ausbau der 3.200 Quadratmeter großen Halle einschließlich der dazugehörigen Infrastruktur war ein gemeinsamer Kraftakt. Mit dem Messeplatz an der Afföllerstraße wurde ein zentral im Kreis liegender und gut erreichbarer Ort gefunden.
Um das Areal nutzbar zu machen und funktionsgerecht auszustatten, wurde innerhalb kürzester Zeit die notwendige Infrastruktur von der Verkehrslenkung bis zur Internetverbindung und Wasserversorgung geschaffen.
Für das Messebau-Unternehmen waren bis zu 100 Menschen – teils rund um die Uhr – im Einsatz, um das Material von etwa 20 Sattelzügen aufzubauen. Als Partner wurden die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gewonnen.
Die Terminvergabe für die Impfungen erfolgt nach wie vor ausschließlich durch das Land Hessen über die Telefonnummern 0611/505-92888 und 116 117 sowie online über die Webseiten www.impfterminservice.hessen.de und www.impfterminservice.de.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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