Zweiter Preis: Kunstmuseum erhielt Hessischen Denkmalschutzpreis

Das Kunstmuseum ist mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck und Ute Kohlhauer von der universitären Bauabteilung nahmen ihn am Dienstag (15. September) von Wissenschaftsministerin Angela Dorn entgegen.
Das Museum wurde in der Kategorie „Öffentliche Preisträger“ mit dem zweiten Preis geehrt. Insgesamt wurden sieben Preise in zwei Kategorien vergeben. Dafür gab es je eine Bronzeplakette und eine Urkunde.
Die Jury hob die „Liebe zum Detail“ hervor, mit der die architektonische und inhaltliche Neugestaltung des Museums vorgenommen worden sei. „Die am Kunstgebäude geleisteten Arbeiten haben Vorbildcharakter sowohl hinsichtlich der behutsamen Modernisierung des Außenbaus, der Räumlichkeiten und der Ausstellungstechnik als auch hinsichtlich der Spendenkampagne, durch die die Stadtgesellschaft in besonderer, identitätsstiftender Weise einbezogen worden ist“, heißt es in der Begründung.
Auch Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause betonte diesen Aspekt. „Der Denkmalschutzpreis würdigt nicht nur die hervorragende Arbeit der am Bau Beteiligten, sondern auch das bürgerschaftliche Engagement zahlreicher Menschen, die mit ihrer Spende maßgeblich zum Gelingen des Projektes beigetragen haben“, erklärte sie.
„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und Anerkennung der ästhetischen Lösungen, die von den Architekten und der Bauabteilung der Universität im Gespräch mit der Denkmalpflege gefunden wurden“, betonte Museumsdirektor Otterbeck. „Auch die Rückmeldungen des Publikums sowie der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler sind sehr positiv.“
Mehr als 80 Jahre musealer und universitärer Nutzung hatten ihre Spuren an dem 1927 errichteten Gebäude hinterlassen. Durchgänge waren verschlossen, Räume abgenutzt und die Technik veraltet. Mehr als zwei Jahre dauerten die Sanierungs- und Umbauarbeiten im Inneren des Gebäudes, bevor das Kunstmuseum 2018 wieder seine Türen öffnen konnte.
„Heute ist das Gebäude technisch auf dem neuesten Stand und barrierefrei zugänglich“, berichtete Maja Turba. „Bei aller Modernität war es uns zudem wichtig, den Räumen die ursprüngliche Eleganz der 1920er Jahre wiederzugeben“, erläuterte die Leiterin der universitären Bauabteilung.
Das ist gelungen: Nach der Sanierung und Restaurierung von Fassaden, Böden, historischen Fenstern und Stuckoberflächen erstrahlen die Räume in neuem Glanz und die charakteristischen Formen des expressionistischen Zacken-Stils kommen wieder zur Geltung. Die Abfolge von großen Sälen und kleinen Kabinetten und die Öffnung eines Rundgangs machen das ursprüngliche Raumprogramm wieder lebendig.
Ein Raum für museumspädagogische Aktivitäten sowie ein Projektbereich öffnen das Museum zudem für neue Zielgruppen und Nutzungsmöglichkeiten. „Im Geiste des ursprünglichen Konzepts ist das Kunstmuseum heute wieder ein lebendiger Ort ästhetischer Erfahrung und kultureller Bildung – zugänglich für alle“, sagte Museumsleiter Otterbeck. „Die räumlichen Qualitäten des Museums machen es zu einer großartigen Bühne für die Kunst.“
Der Hessische Denkmalschutzpreis wird jährlich für Leistungen auf den Gebieten der archäologischen Denkmalpflege und der Bau- und Kunstdenkmalpflege vergeben. Insgesamt sind die Preise mit 27.500 Euro dotiert.
Der – mit 7.500 Euro dotierte – Ehrenamtspreis geht an drei Projekte; ihn stellt die Hessische Staatskanzlei. Der Preis wurde 1986 gemeinsam von der Lotto Hessen GmbH und dem Landesamt für Denkmalpflege ins Leben gerufen.
Das als „Jubiläumsbau“ errichtete Kunstgebäude entstand 1927 nach Plänen des Architekten Hubert Lütcke; seitdem ist es im Besitz der Philipps-Universität.
Gestalterisch verbindet der Bau Elemente des Neoklassizismus und des Expressionismus. Von Anfang an lag dem Gebäude das ambitionierte Konzept zugrunde, Forschung, Lehre und universitäre Sammlungen mit einem Museum unter einem Dach zu vereinen und so eine Schnittstelle zwischen Universität und Öffentlichkeit zu schaffen. Neben dem Kunstmuseum beherbergt das Haus auch heute noch kunstnahe Institute und Einrichtungender Universität.
Die Außenhülle wurde von 2013 bis 2015 mit Landesmitteln saniert. Die Kosten von 3,9 Millionen Euro für die Innensanierung des Kunstmuseums trug die Philipps-Universität. Etwa ein Drittel davon wurde im Rahmen der Spendenkampagne „Kunst braucht Raum“ von Bürgerinnen und Bürgern gespendet.
Die Sanierungsarbeiten wurden von der Bauabteilung der Universität in Zusammenarbeit mit den Marburger Architekten Holger Frisch und Helmut Schmidt geleitet. Die Projektleitung von Seiten der Uni hatte Ute Kohlhauer inne, in enger Abstimmung mit Dr. Bernhard Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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