Amphibienfreundlich: Stadt bittet Autoverkehr um Rücksicht

Kröten, Frösche und Molche wandern bis April. Die Stadt bittet um Rücksicht auf diese Tiere.
Sobald die Temperaturen milder werden, begeben sich Kröten, Frösche und Molche im Zeitraum von Februar bis Mitte April auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Um die Tiere zu schützen, hat die Stadt Marburg einen Amphibienschutzzaun entlang der Kreisstraße K77 bei Michelbach aufgestellt. Im vorangegangenen Jahr haben Freiwillige rund 1.600 Tiere über die Straße getragen. Davon waren mehr als 1.550 Tiere Erdkröten.
In diesem Jahr hat die Stadt den Zaun verlängert. Die 850 Meter entlang der K77 wurden um ein weiteres Teilstück von rund 250 Metern ergänzt. Dieses Stück liegt am westlichen Kreisverkehr an der L3092. Der Amphibienzaun samt der Erweiterung wurde vom Regierungspräsidium Gießen dauerhaft zur Verfügung gestellt.
Es gibt viele Freiwillige aus Michelbach, der Umgebung und des NABU. Sie sammeln Kröten, Frösche und Molche an den Amphibienzäunen, zählen diese und transportieren sie sicher über die Straße. Die Organisation des Projekts liegt bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Marburg.
Die Stadt Marburg bittet darum, die Zaunanlage nicht zu betreten oder zu beschädigen. Der Bereich ist durch Verkehrsschilder deutlich markiert. Dort besteht eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern. Autofahrer*innen sollten besonders aufmerksam sein, weil die Freiwilligen, die den Zaun betreuen, in den Sammelnächten und -tagen die Straße kreuzen.
Die Untere Naturschutzbehörde weist zudem darauf hin, dass die Tiere bereits durch vorbeifahrende Autos – auch bei niedrigen Geschwindigkeiten von 30 Kilometern pro Stunde – zu Tode kommen können. Zum Schutz der Tiere wird daher darum gebeten, das Autofahren im Zeitraum von Februar bis Mitte April vor allem in warmen und regenreichen Nächten zu reduzieren.
Die Amphibien queren noch weitere Straßen im Stadtgebiet. Zu diesen Bereichen gehören die K77 am Pfaffenwald zwischen Dagobertshausen und Wehrshausen, die K38 am Eselsgrund und die K68 an der Kleinen Lummersbach. Zwischen Ronhausen und Argenstein wird die Straße in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf in Wandernächten gesperrt. Grundsätzlich ist jedoch in warmen, feuchten Nächten im Frühjahr an allen Straßen, in deren Umfeld sich geeignete Gewässer oder Wälder befinden, mit Wanderungen von Amphibien zu rechnen.

* pm: Stadt Marburg

Kommentare sind abgeschaltet.