Beratung am Abend: Tägliches Telefonangebot in Stadt und Kreis

Die neue „Beratung am Abend“ startet am Donnerstag (9. April). Täglich von 19 bis 22 Uhr bietet sie eine Telefon-Beratung an.

Sie richtet sich an Menschen in Marburg und dem Landkreis, die in der Corona-Krise tagsüber keine Möglichkeit haben, sich mit ihren Sorgen irgendwohin zu wenden. Das Telefon ist auch am Wochenende besetzt.
Die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf haben die „Beratung am Abend“ innerhalb weniger Tage organisiert. 14 freie Träger der Jugendhilfe machen mit.
Corona und seine Auswirkungen auf das öffentliche Leben bringen mit ihrer Unwägbarkeit auch viele Sorgen für die Familien mit sich. „Wir nehmen wahr, mit welchen Anstrengungen und Sorgen die Familien im Moment ihren Alltag bewältigen müssen“, erklärte Stadträtin Kirsten Dinnebier. „Aufgrund der Schließung der Kindertageseinrichtungen sowie Schulen und den Einschränkungen im täglichen Leben stehen viele Familien vor existentiellen Herausforderungen. Mit der Beratung am Abend wollen wir die Familien mit einem zusätzlichen Angebot in dieser schwierigen Zeit unterstützen.“
Wenn die sozialen Netzwerke wegfallen, sind viele Familien auf sich selbst gestellt. Schule und Kindergärten sind geschlossen. Viele Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet.
Selbständigen fehlen Aufträge. Gewerbetreibende mussten schließen. Viele Menschen stellen sich Fragen bezüglich des vielleicht gefährdeten Familieneinkommens und Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes.
Vor allem auch alleinerziehenden Elternteilen, die in der aktuellen Situation die Belastung ganz alleine tragen müssen und die unter erheblichem Druck stehen, möchten Stadt und Landkreis gemeinsam mit den teilnehmenden Beratungsstellen ein zusätzliches Unterstützungsangebot machen.
„In Krisensituationen werden die Anspannungen und Sorgen in den Abend- und Nachtstunden besonders groß“, erläuterte Landrätin Kirsten Fründt. „Dann, wenn die Kinder schlafen und niemand da ist zum Zuhören. Wir möchten für die Familien in dieser Zeit ansprechbar sein und Unterstützung anbieten.“
Jeden Abend ab Donnerstag (9. April) ist das telefonische Angebot „Beratung am Abend“ zwischen 19 und 22 Uhr unter der zentralen Nummer 06421/48 06 170 geschaltet. 14 freie Träger der Jugendhilfe aus Stadt und Landkreis bieten die Telefonberatung gemeinsam an.
Stadträtin Dinnebier und Landrätin Fründt sind sich einig: „Die Situation ist auch für Verwaltung und Träger nicht einfach. Wir sind sehr dankbar, dass in dieser herausfordernden Zeit alle Institutionen gemeinsam für die Familien in unserer Region die Kräfte bündeln und flexibel auf die Bedarfe reagieren. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an das Diakonische Werk mit der Beratungsstelle Philippshaus, die sich für die technische Umsetzung und die inhaltliche Organisation zur Verfügung gestellt haben.“
Die Zusammenarbeit der freien Träger und der Verwaltung vor Ort kann den Anrufenden neben „einem offenen Ohr“ auch Vermittlungen in die unterschiedlichsten regionalen Angebote und Dienstleistungen ermöglichen. Eine weitere telefonische Beratung kann angeboten werden, wenn die Anrufenden das wünschen. Denn jeder Anruf ist anonym und die Anrufenden entscheiden selbst, welche Daten sie weitergeben möchten.

* pm: Stadt Marburg

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