Erste Ergebnisse: Das Rote Sofa zieht durch die Oberstadt

Beim „Roten Sofa“ hat die Stadt mehr als 380 Anregungen für die Zukunft der Oberstadt erhalten. Das besagt eine erste Auswertung der Aktion.
Diese Bilanz ist „die gute Nachricht der Woche“. Deshalb sollen im Oktober weitere Aktionen stattfinden. Das teilte die Stadt am Freitag (4. Oktober) mit.
Bei den ersten beiden Touren des Roten Sofas durch die Oberstadt haben zahlreiche Bürger ihre Ideen zur Aufwertung des Quartiers als Lebens- und Arbeitsraum mitgeteilt. Die Anregungen sind nun ausgewertet. Bis Ende 2020 will die Stadt unter Berücksichtigung dieser Ideen das Zukunftskonzept Oberstadt entwickelt haben.
„Wir sind sehr erfreut darüber, dass so viele Marburger*innen an den ersten beiden Aktionssamstagen zum Roten Sofa gekommen sind und uns ihre Ideen mitgeteilt haben“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der selbst mit den Menschen auf dem Sofa diskutiert hat. „Ein Quartier lebt maßgeblich vom Interesse und Engagement der Bewohner*innen, Besucher*innen und Gewerbetreibenden. Von daher ist es uns wichtig, dass sich alle in das Zukunftskonzept Oberstadt einbringen und es mitgestalten können.“
Das Rote Sofa wurde an seinen drei Standorten durch Mitarbeiterinnen des prozessbegleitenden Stadtplanungsbüros FIRU, von Vertretenden des städtischen Fachdiensts Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung sowie durch Mitglieder der Koordinierungsgruppe Oberstadtentwicklung begleitet. Dabei standen sie als Ansprechpersonen zur Verfügung, nahmen Vorschläge auf und beantworteten Fragen. Die ausliegenden Postkarten boten den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Ideen und Anregungen für die Oberstadt zu formulieren und so einen ersten Beitrag zum Oberstadtdialog zu leisten.
Aus den beiden Rote-Sofa-Tagen kamen mehr als 140 Postkarten zusammen. Mit den zahlreichen anderen Beiträgen aus E-Mails oder Briefen ergaben sich insgesamt mehr als 380 Anregungen. Zur Auswertung wurden sie in verschiedene Themengebiete gebündelt.
Spitzenreiter war das Thema Mobilität und Verkehr mit 71 Nennungen. Die zentrale Anregung sowohl im Bereich Mobilität und Verkehr als auch im Rahmen der gesamten Befragung bezieht sich auf die Einschränkung beziehungsweise das Verbot des Auto-Durchgangsverkehrs.
Hinzu kommt der Wunsch nach einer verbesserten Barrierefreiheit sowie Erreichbarkeit der Oberstadt und deren zentralen Einrichtungen. In diesem Zusammenhang wird sowohl auf Seiten der Auto- als auch Fahrrad-Nutzenden ein erhöhtes Stellplatzangebot gewünscht.
An zweiter Stelle kommt der Bereich Gewerbe und Einzelhandel mit 66 Nennungen. Die Verbesserung der Leerstandssituation in der Oberstadt ist ein zentrales Thema für die Bürgerschaft. Begleitet wird dieser Impuls von verschiedenen Nutzungsideen wie beispielsweise die Umnutzung als Wohnraum, als Kunstatelier, als Abstellraum für den Einzelhandel oder als Standort für Start-Ups.
Zudem wird auf hohe Ladenmieten und eine potentielle Verdrängung kleinerer Gewerbe verwiesen. Des Weiteren wurde ein gewisser Bedarf an Grund- und Nahversorgung geäußert.
Der am dritthäufigsten genannte Themenbereich ist Wohnen in der Oberstadt mit 42 Nennungen. Hier lag der Fokus besonders auf der sozialen Mischung der Bewohnerschaft und der Befürchtung, dass sie sich weitergehend homogenisieren könnte.
Entwickelt werden sollten Ansätze, um den entgegenzuwirken. Vorschläge zu einer Mietpreisbremse und Belegungsbindung wurden in diesem Zuge auch genannt.
Weitere prägnante Anregungen waren unter anderem der Wunsch nach mehr öffentlichen Sitzmöglichkeiten im Quartier, mehr Sauberkeit und zusätzlichen Begrünungen. Auf einer Karte haben die Passanten auch konkrete Vorschläge zu bestimmten Orten angepinnt. Dort hatte zum Beispiel ein Passant das Kugelhaus markiert und den Wunsch nach einer sozialverträglichen Nachnutzung geäußert.
Neben der Vielzahl an Ideen zur Verbesserung wurden auch etliche positive Rückmeldungen verzeichnet. So stellt der Samstagsmarkt mit seinem speziellen Sortiment einen Mehrwert für die Lebenskultur in der Oberstadt dar.
Generell schätzen Marburgerinnen und Marburger an der Oberstadt das besondere Warensortiment und das einzigartige mittelalterliche Flair mit historischer Bebauung. Durch die Kompaktheit der Infrastrukturen, ihre vielfältigen Angebote für Kinder und abwechslungsreiche Aktionen bietet die Oberstadt ein einzigartiges Erlebnisspektrum für alle Altersklassen.
Am Montag (14. Oktober) wird das Rote Sofa pünktlich zum Semesterbeginn ein drittes Mal in der Oberstadt unterwegs sein. Diesmal können Interessierte von 13 bis 18.30 Uhr am Heumarkt an der Barfüßerstraße auf der schicken Couch Platz nehmen, um ihre Ideen kundzutun.
Außerdem lädt Oberbürgermeister Spies Interessierte für Samstag (26. Oktober) von 10 bis 13 Uhr zu einem gemeinsamen Oberstadtspaziergang ein. Startpunkt ist auf dem Marktplatz.

* pm: Stadt Marburg

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