Mieter retten: Stadt bietet Unterstützung in Notlagen an

Preisgünstiger Wohnraum und Umweltschutz sind in einer engen Universitätsstadt nicht leicht miteinander zu vereinbaren. In Marburg führt das mitunter zu sehr belastenden Konflikten.
Marburg ist eine attraktive Stadt zum Wohnen, Studieren, Arbeiten, Leben. Die Bevölkerung wächst und mit ihr der Bedarf an Wohnraum, vor allem an bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit und ohne Wohnberechtigungsschein. Das geht auch aus der Wohnungsmarktanalyse des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) von 2014 und dem Wohnraumversorgungskonzept von 2015 hervor.
Vor allem ist die Nachfrage groß nach Wohnungen für Einzelpersonen und kleine Familien. Seit 2015 werden jährlich hunderte neue Wohnungen gebaut.
„Dabei „ist bezahlbarer Wohnraum die größte soziale Herausforderung unserer Stadt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Um bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen, setzt die Stadt unter anderem auf neue Wohngebiete wie am Hasenkopf, die Umwandlung von Gewerbe- in Mischgebiete in Verbindung mit gefördertem Wohnungsbau und der Einhaltung der Sozialquote. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau Marburg-Lahn (Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH), die zahlreiche Wohnungen in der Kernstadt verwaltet und aktuell neue Wohnungen baut, trägt einen erheblichen Anteil dazu bei, Wohnraum bezahlbar zu ermöglichen.“
Aus Anlass der Vorgänge im Haus Steinweg 4 hat marburg.news die Stadtverwaltung gefragt, was die Stadt Marburg zum Schutz von Mieterinnen und Mietern vor Mobbing durch Vermieter unternimmt. Die Antwort der städtischen Pressestelle ist eher allgemein ausgefallen.
„Die Stadt Marburg steht allen Menschen als Ansprechpartnerin zur Verfügung, die Hilfe und Unterstützung benötigen, auch und vor allem wenn es um den Schutz vor Gewalt geht. Auch Mobbing ist eine Form von Gewalt. Um diesem Verantwortungsbewusstsein Ausdruck zu verleihen, hat die Marburger Stadtverordnetenversammlung am 28. Februar 2014 die erste „Marburger Erklärung gegen Gewalt“ einstimmig angenommen.
In Marburg gibt es eine Reihe von Anlaufstellen für Hilfesuchende. Speziell für Mieter*innen ist das der Mieterverein Marburg und Umgebung, Mitglied im deutschen Mieterbund. Hilfe gegen Mobbing gibt es etwa an Schulen in Marburg, die Beauftragte für Mobbing oder Mediator*innen haben, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Speziell für Heranwachsende gibt es weitere Möglichkeiten zur Beratung (siehe https://www.marburg.de/portal/seiten/beratung-und-hilfe-fuer-kinder-und-jugendliche-900000096-23001.html.
Für Menschen jeden Alters, die von Mobbing betroffen sind, ist das Gleichberechtigungsreferat der Stadt Marburg eine Anlaufstelle zur Erstberatung und informiert über Möglichkeiten professioneller Hilfe von Expertinnen und Experten. Beratung in Wohnungsfragen und bei drohender Obdachlosigkeit und Wohnungsvermittlung ist beim Fachdienst Wohnungswesen der Stadt möglich.“
Weiterhin wollte marburg.news wissen, wie die Stadt Marburg zur Idee einer eigenen Mietschutzstelle in der Verwaltung steht. Dergleichen gibt es in Frankfurt.
„Beispielsweise der Mieterverein in Marburg ist sehr aktiv und ein verlässlicher Ansprechpartner“, lautete die Antwort. „Auf seine Angebote gab es bisher sehr positive Reaktionen. Ebenso wenden sich Bürger*innen mit ihren Problemen regelmäßig auch direkt an den Magistrat, der in jedem Einzelfall hilft.“

* Stadt Marburg

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