Aus der Vergangenheit: Eine Seilbahn ist kein nachhaltiges Verkehrsmittel

Seilbahnen sind derzeit ein beliebter Vorschlag zur Lösung von Verkehrsproblemen. So wird nun auch über eine Seilbahn zu den Behring-Standorten im Marburger Westen diskutiert.
Insbesondere Die Grünen hängen ihre Träume angeblich zukunftsweisender Verkehrslösungen gerne an Seilbahnen. Tatsächlich lösen derartige Verkehrssysteme die Probleme aber nicht nachhaltig. Vielmehr hängen ihre Befürworter an problematischen Verkehrskonzepten des frühen 20. Jahrhunderts und Firmen, die mit solchen Technologien viel Geld verdienen wollen.
Doch das Seil kann reißen oder sich verklemmen. Erst kürzlich hat ein Sturm die Insassen der Seilbahnüber den Rhein bei Köln stundenlang in der Luft hängen lassen, bevor sie mit Hubschraubern unter Lebensgefahr für Fahrgäste und Retter befreit wurden. Wer keine bessere Idee zur Lösung von Verkehrsproblemen hat, der sollte einmal überlegen, ob er sich selber denn auch den Strick gebenwürde!
Sinnvoll ist die gemeinsame Fortbewegung möglichst vieler Menschen in einem gemeinsamen Verkehrsmittel. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verfügt hier über erprobte Konzepte schienenggebundener und straßentauglicher Fahrzeuge. Wenngleich der Bau von Bahnen langwierig und teuer ist, ist er eine nachhaltigere Alternative zu störungsanfälligen Seilbahnen.
Kurzfristig ist ein dicht getakteter Busverkehr sinnvoll. Auch Fahrgemeinschaften sind besser als die einsame Anfahrt zur Arbeit in der eigenen stinkenden Blechkiste.
Elektromobilität ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht mehr. Fahrrad- und Fußverkehr ist besser. Noch besser ist die Vermeidung unnötiger Wege.
Erst einmal benötigen die Behring-Nachfolgefirmen in Marbach und michelbach bessere Busverbindungen und eine Anbindung ans Radwegenetz. Im überaus engen Marbacher Weg stellt das eine große Herausforderung dar. Zu überlegen wäre hier eine Mitnahme von Fahrrädern in Linienbussen oder Anhängern dahinter.
Zudem braucht Michelbach bessere Busverbindungen in Richtung Caldern und Dagobertshausen. Gleiches gilt auch für den Ausbau von Radwegen. Letzte Alternative vor den neuerdings so viel gepriesenen Flugtaxis wäre dann vielleicht im allergrößten Notfall eine Seilbahn als eine Art „Flugtaxi am Seil“.

* Franz-Josef Hanke

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