Freibrief für Frechheit: Falsche Beamte bedrohten Bürger

Mit Tricks erbeutete ein falscher Polizeibeamter Geld von Rentnern. Jetzt wurde ein Verdächtiger in Marburg gefasst.

Ende Dezember und Anfang Januar erhielten zwei Senioren Anrufe eines Unbekannten. Er gab sich als Mitarbeiter der örtlichen Polizei aus. Der Anrufer suggerierte den Opfern, dass ein internationaler Haftbefehl gegen sie vorliege.
Er übermittelte auch die Nummer eines angeblichen Beamten des Bundeskriminalamts (BKA). Daraufhin wählten Die Senioren diese Nummer. Der angebliche Beamte teilte ihnen mit, dass die drohenden repressiven Maßnahmen der Behörden nur durch die Zahlung einer Kaution zu verhindert seien.
Tage später erhielten die beiden Rentner per Post beziehungsweise E-Mail eine täuschend echt aussehende Anklageschrift. Enthalten war unter anderem ein Wappen von Interpol, um den Ernst der Lage zu untermauern.
Mit den Schreiben ging eine gefälschte Verschwiegenheitserklärung des Bundeskriminalamts ein. Sie verpflichtete die Opfer zu absolutem Stillschweigen. Letztendlich übersandten die Opfer unter enormen Druck einen hohen vierstelligen und einen niedrigen fünfstelligen Betrag per Post. Zielanschrift war eine Adresse mit erfundenem Namen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Die Ermittlungen der Polizei führten zu einem 24-jährigen Mann aus dem Kreis.
Er wurde festgenommen und seine Wohnung zweimal durchsucht. Dabei fand die Polizei einen Teil der Beute. Das Geld erhielt ein Opfer zurück.
Bei dem Täter handelt es sich nur um einen Mittelsmann. Für die Entgegennahme und Weiterleitung des Geldes ins Ausland hätte er eine Provision kassiert. Er wurde unter Auflagen freigelassen.

* pm: Polizei Marburg

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