Bargeld am Bachweg: Mit Enkeltrick erbeuteten Betrüger 18.000 Euro

Nach einem erfolgreichen Enkeltrick sucht die Polizei Zeugen der Geldübergabe am Mittwoch (15. August) gegen 12.30 Uhr im Bachweg. Der hellhäutige Geldabholer war zirka 45 Jahre alt.
Er war ungefähr 1,80 Meter groß und von kräftiger Figur. Er hatte kurze dunkle Haare und trug ein rot-schwarz-kariertes Holzfällerhemd über dem Hosenbund seiner blauen – nicht verwaschenen – Jeans und braune Halbschuhe. Der Mann hatte zudem eine sogenannte Bauchtasche bei sich.
Wer hat diesen Mann im Bachweg in einem Auto gesehen und kann das Fahrzeug näher beschreiben? War der Mann in Begleitung? Jede Beobachtung am Mittwoch (15. August) gegen 12.30 Uhr im Bachweg könnte für die Krinimalpolizei Marburg wichtig sein
Der Anruf einer angeblich guten Bekannten in einer vorgetäuschten Notlage erreichte die Ende 70 Jahre alte Seniorin um 10.30 Uhr. Die Anruferin schilderte die Notlage, die darin bestehe, dass sie auf einer Auktion für 18.000 Euro ein Auto ersteigert, diese Summe aber dummerweise irrtümlich auf ein falsches Konto gebucht habe. Wenn sie jetzt die Summe nicht bis 13 Uhr an das Amtsgericht Frankfurt überwiese, drohten 9000 Euro Strafe.
Die Seniorin wollte gerne helfen. Sie ging zur Bank, hob trotz der Bedenken der Angestellten die Summe ab und übergab sie später dem Geldboten. Die Polizei schaltete die Seniorin dann um 18.20 Uhr nach einem Telefonat mit ihrer echten Freundin ein.
Mit erneuten Anrufen gingen Betrüger am Donnerstag (16. August) nach bisherigen Erkenntnissen leer aus. Beide Anrufe erfolgten in Marburg.
In einem Fall war ein Rentnerehepaar betroffen. Die Frauenstimme am Telefon erklärte, sie sei vom Amtsgericht Hamburg und wollte wissen, ob das Ehepaar informiert sei über die bevorstehende Sperrung des Kontos. Die Seniorin beendete das Gespräch an dieser Stelle.
Die Frau sprach zwar akzentfreies Deutsch und die angezeigte Telefonnummer begann mit der tatsächlichen Telefonvorwahl für Hamburg, aber trotzdem ist in diesem Fall davon auszugehen, dass Betrüger am Telefon waren. Warum sollte ein Hamburger Amtsgericht in Marburg anrufen und sich nach einer bevorstehenden Kontosperrung erkundigen? Das macht gar keinen Sinn. Wahrscheinlich war die Anruferin auf die Kontodaten ihres Opfers aus.
Im einem weiteren Fall gab sich der Anrufer als Sohn aus, ohne seinen Namen zu nennen. Er wählte die Story mit dem soeben erlittenen Verkehrsunfall und der Notwendigkeit der Schadensbegleichung zur Vermeidung von Punkten in Flensburg. Er wollte 30.000 Euro. Die – ihr gänzlich unbekannte – Stimme und die Kenntnis über den Enkeltrick ließen die Seniorin stutzig werden und schließlich auflegen.
Die Polizei rät zu äußerster Vorsicht, wenn das Telefon klingelt und der Anrufer keinen Namen nennt, sondern nur sagt „Hallo ich bin´s! Du weißt doch er dran ist, oder?“ Vorsicht ist auch geboten, wenn der Anrufer am Telefon nach irgendeiner Story plötzlich um Geld bittet. Niemals sollte man Geld an unbekannte Personen übergeben!
„Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer, ohne ihren Namen zu nennen, als Verwandte, Bekannte oder Freunde ausgeben“, warnte Polizeisprecher Martin Ahlich. „Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, zu raten, wer Sie anruft! Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen immer sofort persönliche Rücksprache und benutzen Sie dazu nur die ihnen bekannten Rufnummern!“

* pm: Polizei Marburg

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