Geh doch in die Oberstadt: Ein kurzer Rundgang durch Marburgs Geschichte

Mitunter führe ich Gäste durch Marburg. Das ist immer wieder ein Erlebnis.
Mein Rundgang führt normalerweise durch die historische Oberstadt. Das Rathaus, das „Steinerne Haus“ an der Mainzer Gasse, der Forsthof an der Ritterstraße, das Kalbstor und die Lutherische Pfarrkirche sind Gebäude, die ich meinem Besuch immer zeige. Allein sie atmen so viel Geschichte, dass Fremde selbst nach solch einem Kurztrip durch die Oberstadt beeindruckt sind.
Meist kommen auch noch das Landgrafenschloss, Der „Kilian“ am Schuhmarkt, die Alte Universität und die katholische „Kugelkirche“ Sankt Johannes hinzu. Diesen Rundgang habe ich auch schon auf marburgviews.de online gestellt.
Gern gehe ich mit Gästen auch am Lahnufer entlang nach Weidenhausen. Auch das Südviertel hat viele sehenswerte Straßen und Bauten.
Wichtigste Attraktion Marburgs neben dem Schloss ist natürlich die Elisabethkirche. Manche meiner Gäste kommen immer wieder dorthin zurück. Weniger bekannt, aber wunderschön ist auch die Michaelskapelle „Michelchen“ gegenüber auf dem Weinberg.
All das kann ich selber jeden Tag besuchen. Besonders wird es für mich aber erst, wenn ich diese Bauten netten Menschen zeigen und ihnen deren Geschichte erklären kann. Mitunter merke ich erst dann wirklich, wie viel Geschichte in dieser Stadt wohnt.
All das sollten wir achten und pflegen. Erinnern sollten wir uns aber auch an die dunklen Kapitel der Marburger Geschichte vom Brand der wunderschönen Synagoge an der Universitätsstraße bis hin zur Vertreibung des Romanisten Prof. Dr. Erich Auerbach oder dem Mord an Juden, Roma und Sinti. Wer Geschichte nicht in all ihren Facetten ehrt und aus ihr Lehren für die Gegenwart zieht, der setzt die Chancen auf eine lebenswerte Zukunft aufs Spiel.

* Franz-Josef Hanke

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