Völlig verhüllt: Führungen über Waggonhallengelände zum „Tag der Städtebauförderung“

Rund 70 Interessierte haben am „Tag der Städtebauförderung“ die Baustelle der Waggonhalle und von Radio Unerhört (RUM) besichtigt. Das teilte die Stadt am Montag (7. Mai) mit.
Mit Unterstützung des Bundes investiert die Universitätsstadt Marburg 2,7 Millionen Euro in beide Gebäude. Sie werden saniert und der Kulturstandort am ehemaligen Bahngelände aufgewertet.
Über den Stand der Bauarbeiten hat die Stadt mit zwei geführten Besichtigungen am Samstag (5. Mai) zum „Tag der Städtebauförderung“ informiert. Etwa 70 Interessierte nahmen das Angebot wahr.
Claudia Schmedes und Anke Reisch vom Sanierungsbüro des städtischen Fachdiensts Stadtplanung und Denkmalschutz zeigten Interessierten die Baustelle und führten sie unter dem Motto „KulturStärken im Quartier“ in zwei Besichtigungstouren über das Gelände. Schmedes erinnerte daran, dass die Universitätsstadt die ehemaligen Bahnliegenschaften im Dezember 2011 erworben hat. Der Stadt sei es sehr wichtig, den Kulturstandort in der Nordstadt zu erhalten und zu stärken, denn er habe über die Stadtgrenzen hinaus eine große Bedeutung.
Investiert wird vor allem in die energetische Sanierung, um die immensen Energiekosten, die für die denkmalgeschützten Gebäude anfallen, nachhaltig zu senken. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Beide Baustellen sind komplett eingerüstet.
Das Theater, das Restaurant „Rotkehlchen“ und die Pilgerherberge in der Waggonhalle sind bis Juni geschlossen. Radio Unerhört ist aus seinem Funkhaus umgezogen und sendet aus einem Nebengebäude des Hauptbahnhofs.
An beiden Gebäuden werden Dämmung und Dacheindeckung erneuert. Wie Reisch erläuterte, habe gerade am Dach der Waggonhalle einiges verändert werden müssen, da alte Berechnungen der Statik falsch waren. So habe etwa das Glas gegen Kunststoff ausgetauscht werden müssen und die Konstruktion sei verstärkt worden.
Das Mauerwerk wird gereinigt und neu verfugt. Undichte Fenster und Türen werden ausgetauscht, wobei – wenn immer möglich – die historische Substanz im Sinne des Denkmalschutzes erhalten bleibt. Die Sanitärräume werden komplett saniert. Zusätzliche werden geschaffen.
Die Waggonhalle bekommt eine Lüftung. Die Technik rund um das vorhandene Blockheizkraftwerk wird erneuert. Im Funkhaus installieren die Arbeiter einen Anschluss an Fernwärme und schaffen einen barrierefreien Zugang.
Für die Waggonhalle kosten die Bauarbeiten etwa 1,6 Millionen Euro. Die Arbeiten am Funkhaus, das im November fertiggestellt werden soll, kosten etwa 1,1 Millionen Euro.
Dabei zahlt die Stadt den größten Teil mit insgesamt 1,7 Millionen Euro. Etwa eine Million gibt der Bund an Zuschüssen.
Nach Abschluss der Arbeiten an den Gebäuden kommen alle Nutzer wieder zurück in frisch sanierte Räume. Danach wird laut Schmedes auch das Außengelände neugestaltet.
Die Stadt Marburg investiert also weiterhin in Kultur und Bildung. Damit stimmt sie genau mit den Wünschen der Bevölkerung überein. Das hat die Marburg-Umfrage 2017 gezeigt.
Über 80 Prozent lobten dort das breite Kulturangebot der Stadt. Fast genauso viele Teilnehmer fanden die Kulturförderung sowie kulturelle Angebote wichtig.

* pm: Stadt Marburg

Kommentare sind abgeschaltet.