Marburg sucht Menschen mit Zivilcourage. Der Preis „Das unerschrockene Wort“ ist mit 10.000-Euro dotiert.
Unerschrocken und mutig die eigene Stimme zu erheben für Zivilcourage und Demokratie, würdigt der Preis „Das unerschrockene Wort“. Vergeben wird er von der Universitätsstadt Marburg im Verbund mit 15 weiteren Lutherstädten Deutschlands. Marburgerinnen und Marburger sind aufgerufen, Menschen für „Das unerschrockene Wort 2027“ vorzuschlagen, die sich mit Wort und Tat für die Gesellschaft einsetzen. Einsendeschluss ist Freitag (7. August).
„Der Preis der Lutherstädte ist aktueller denn je“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies am Montag (29. Juni) Die Stadt Marburg ruft dazu auf, Persönlichkeiten vorzuschlagen, „die mit Mut, Haltung und Klarheit für ihre Überzeugungen eintreten“. Gerade in herausfordernden Zeiten seien Vorbilder wichtig, „die auch unter Druck ihre Stimme erheben und gesellschaftliche Debatten im besten Sinne voranbringen“. Dieser Mut solle mit dem Preis gewürdigt werden.
Seit 1996 wird „Das unerschrockene Wort“ alle zwei Jahre an couragierte Persönlichkeiten vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Mut und die Standhaftigkeit Martin Luthers. Im Jahr 1521 weigerte sich der Reformator im Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V., seine Thesen zu widerrufen und wurde daraufhin geächtet. Damit bewies er jene Haltung, die „Das unerschrockene Wort“ ehrt.
Alle Marburgerinnen und Marburger sind nun erneut dazu aufgerufen, Vorschläge für Preisträger*innen einzureichen. Das können bekannte und weniger bekannte Menschen aus dem In- und Ausland sein, die Zivilcourage bewiesen haben. Jede der 16 Lutherstädte nominiert eine Kandidatin oder einen Kandidaten. Zu den Städten zählen neben Marburg noch Augsburg, Coburg, Eisenach, Eisleben, Erfurt, Halle (Saale), Heidelberg, Magdeburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz. Vertreter*innen dieser Städte bilden auch die Jury, die den*die gemeinsame Preisträger*in bestimmt.
Die Jurysitzungen und Preisverleihungen finden alle zwei Jahre in einer anderen Lutherstadt statt. Die Jury der Lutherstädte für den mittlerweile 16. Preis kommt im Spätherbst 2026 zusammen. Die Preisverleihung folgt im Frühjahr 2027 in Coburg.
Die Universitätsstadt Marburg ist von Anfang an im Bund der Lutherstädte vertreten und hat 2018 selbst eine Jurysitzung und dann im April 2019 die feierliche Verleihung ausgerichtet – damals zum zwölften „Unerschrockenen Wort“ der Reihe. Der Preis wurde mit einem großen Festakt in der Lutherischen Pfarrkirche an die Frauenrechtlerin und Moscheegründerin Seyran Ates vergeben. Weitere Informationen sowie die Liste aller bisherigen Preisträger*innen seit 1996 gibt es unter www.marburg.de/lutherpreis.
Vorschläge für das „Unerschrockene Wort 2027“ können alle Bürger*innen, Institutionen, Vereine und Initiativen einreichen mit dem Namen der vorgeschlagenen Person sowie einer schriftlichen Begründung, warum die Person den Preis „Das unerschrockene Wort 2027“ erhalten soll. Einsendungen können sie per Mail an unerschrocken@marburg-stadt.de oder, per Brief an den Fachdienst 13 – Kommunikation der Universitätsstadt Marburg Am Markt 8 richten. Einsendeschluss ist Freitag (7. August).
* pm: Stadt Marburg