Der Marburger Oberbürgermeister tritt 2027 nicht erneut zur Wahl an. Das haben die SPD Marburg und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies am Sonntag (28. Juni) bekanntgegeben.
Nach zwei Amtszeiten wird Spies nicht erneut kandidieren. Für den amtierenden Oberbürgermeister ist klar: „Es ist keine leichte Entscheidung, denn ich habe einen der schönsten Jobs der Welt. Und den werde ich bis zu meinem letzten Arbeitstag am 30. November 2027 mit ganzer Kraft und Leidenschaft ausfüllen.“
Die Entscheidung, nicht mehr anzutreten, sei schon lange in ihm gereift, erklärte Spies: „Jetzt, wo sich eine politische Mehrheit und damit Stabilität anbahnt, ist der Zeitpunkt, diese Entscheidung auch öffentlich zu machen.“ Die meisten Oberbürgermeister vor ihm seien ebenfals zwei Wahlzeiten im Amt gewesen.
„Sie haben in der Zeit jeweils sehr viel für Marburg gewirkt“, stellte Spies fest. „Sie hatten sicher noch viele Ideen – so wie ich jetzt auch noch. Aber frischer Wind und Veränderung tun der Stadt gut. Und für mich steht immer an erster Stelle, das zu machen, was für Marburg gut ist. Letztlich gilt aber auch, dass man gehen soll, solange die Menschen noch winken. Ich habe die Stadt Marburg aus sehr guten Händen von meinem Amtsvorgänger Egon Vaupel übernommen – und ich möchte diese wundervolle Stadt in 17 Monaten ebenso gut aufgestellt in neue Verantwortung übergeben.“
Thorsten Büchner erklärte dazu: „Wir bedauern und respektieren die Entscheidung, können sie aber auch nachvollziehen. „Der Vorsitzende der Marburger SPD verwies auf viele zukunftsweisende Projekte, die Spies initiiert und vorangebracht hat wie den Klimaaktionsplan, die Bürgerbeteiligung, das millionenschwere Bildungsbauprogramm „BiBaP“, das als Vorbild für weitere verlässliche und transparente Investitionsplanungen dient, das Stadtgeld zur Förderung der Wirtschaft, die Investition von Millionen in die Schaffung von Wohnraum und der stete Kampf für Menschenwürde und die Demokratie. „Thomas Spies entwickelt Marburg mit klarer Haltung unermüdlich weiter zu einer sehr aktiven, ökologisch progressiven und sozialen Kommune, zu einem robusten Wirtschaftsstandort, zu einem Ort, an dem sich alle Menschen willkommen fühlen sollen. Und dabei hat er es immer geschafft, dass alle demokratischen Kräfte bei den wichtigen Herausforderungen an einem Strang ziehen.“
Zudem habe er gemeinsam mit dem Team der Stadtverwaltung nie dagewesene Krisen bewältigt und das Schiff „Marburg“ verlässlich durch die Pandemie und die Energie-Krise gesteuert – und arbeite nun intensiv daran, fraktionsübergreifend die Haushaltskonsolidierung auf den Weg zu bringen. „Niemand spart gerne; niemand trifft gerne unbequeme Entscheidungen“, erklärte Büchner. „Thomas Spies übernimmt die Verantwortung dennoch immer, auch wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die schmerzen. Für dieses Rückgrat bin ich sehr dankbar.“
Spies zeigte sich „stolz auf das, was wir, was Marburg erreicht hat, im letzten Jahrzehnt. Wir haben Strukturen geschaffen, die Verlässlichkeit garantieren. Und wir sind nicht nur gut durch die Krisen gekommen – teils standen wir als die Stadt, die die ganze Welt retten wird, auf den Titelseiten der Zeitungen. Und nun werden wir auch die nächste Herausforderung – die Konsolidierung – noch gemeinsam anpacken und auf einen guten Weg bringen, bevor ich aufhöre. Wir werden den Pharmastandort für die nächsten Jahrzehnte zukunftssicher aufstellen.“
Schon jetzt bedankte sich Spies ausdrücklich bei all jenen, „mit denen ich über Jahre hinweg vertrauensvoll zusammengearbeitet habe und die gemeinsam mit mir für Marburg arbeiten – in der Verwaltung, in der Stadtgesellschaft und in der Politik.“ DochSpies versprach: „Erst mal werde ich mein Amt bis zu meinem letzten Arbeitstag mit ganzer Kraft und Leidenschaft ausfüllen.“
Der Bezirksvorsitzende der SPD Hessen-Nord und stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Hessen wird sich dann weiter politisch engagieren und Herzensthemen vorantreiben. „Und für meine Nachfolge wünsche ich mir, dass die SPD eine Person in den Wahlkampf schickt, der vor allem die Bürger*innen dieser Stadt am Herzen liegen“, betonte Spies. Büchner erklärte dazu: „Wir sind parteiintern bereits dabei, eine würdige und überzeugende Nachfolge für die Kandidatur um das OB-Amt zu finden.“ Mehr werde die SPD zu gegebener Zeit bekanntgeben.
* pm: SPD Marburg