Die nächste Hitz-Welle kommt bestimmt. Darüber informiert der Landkreis zum bundesweiten Hitzeaktionstag am Donnerstag (11. Juni).
Auch wenn die aktuelle „Schafskälte“ nicht unmittelbar an eine Hitzewelle denken lässt: Hohe Temperaturen sind längst keine Ausnahme mehr, sondern eine zunehmende Herausforderung für Mensch, Umwelt und Infrastruktur. Mit Blick auf den bundesweiten Hitzeaktionstag am Donnerstag (11. Juni) macht der Landkreis Marburg-Biedenkopf auf die gesundheitlichen Risiken aufmerksam und informiert über konkrete Maßnahmen sowie Mitmachangebote für Bürgerinnen und Bürger.
Von „Hitze“ spricht man in der Regel bei außergewöhnlich hohen Temperaturen. Hitzewellen, bei denen für mehrere Tage hohe Temperaturen bestehen, belasten den menschlichen Körper erheblich. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es auch nachts nicht deutlich abkühlt.
„Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke sowie Menschen, die im Freien arbeiten“, erklärte Dr. Birgit Wollenberg. Sie ist die Leiterin des Gesundheitsamtes des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Neben gesundheitlichen Risiken wie Kreislaufproblemen, Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) oder Hitzschlag wirkt sich Hitze auch auf Umwelt und Infrastruktur aus – etwa durch Trockenstress für Pflanzen, sinkende Wasserverfügbarkeit oder aufgeheizte Städte.
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die persönliche Hitzebelastung deutlich reduzieren. Die Tipps der Fachleute lauten: ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Getränke, körperliche Anstrengung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen. Innenräume tagsüber abdunkeln und nur morgens und nachts lüften!
Leichte, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung reduzieren die Wärmebelastung. Sonnenschutz, wie beispielsweise Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, schütz die Haut vor der Sonneneinstrahlung. Auch die direkte Sonneneinstrahlung zu meiden, ist ein guter Hinweis. Wichtig ist auch, anderen Menschen zu helfen, aufeinander zu achten – insbesondere auch auf ältere oder hilfsbedürftige Personen.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat frühzeitig auf die zunehmende Hitzebelastung reagiert. „Bereits im vergangenen Jahr wurden ein umfassender Hitzeaktionsplan und ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, in denen konkrete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gebündelt werden“, betonte Landrat Jens Womelsdorf. „Der Fokus liegt dabei auf Maßnahmen zur Minderung von Hitze-Effekten, etwa durch die Begrünung von Flächen und Gebäuden, der Schaffung von Schattenbereichen oder der Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.“
Ein zentrales Projekt ist die sogenannte „Kühle Karte“. Dieses Beteiligungsformat ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, kühle und schattige Orte im Landkreis zu identifizieren, zu erfassen und öffentlich zugänglich zu machen. Ziel ist dabei, insbesondere während der heißen Sommermonate Orientierung zu bieten – auch für ortsfremde Menschen.
Die Beteiligung ist weiterhin möglich: Noch bis Freitag (31. Juli) können Hinweise und Vorschläge online eingetragen werden. Die gesammelten Orte werden im Anschluss vom Klimaanpassungsteam verifiziert und schnellstmöglich online gestellt.
Weitere Informationen und die Teilnahmemöglichkeit gibt es online unter mein.marburg-biedenkopf.de/kuehle-karte
Der Landkreis lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, ihr Wissen über kühle Rückzugsorte in der Region einzubringen und so aktiv zum Hitzeschutz beizutragen. Weite Informationen zum Thema Hitze gibt es auch online unter www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/inhalte/starke-hitze.php oder www.marburg-biedenkopf.de/hitzeaktionsplan.
* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf