Raser, Poser und Tuner hat die Polizei am Samstag (18. Juli) in Marburg und auf der Bundesstraße 62 kontrolliert. Dabei haben die Verkehrsexperten mehrere Mängel festgestellt.
Die Experten vom Regionalen Verkehrsdienst Marburg-Biedenkopf führten am Samstag (18. Juli) Kontrollen mit dem Schwerpunkt „Raser-Poser-Tuner“ durch. Unterstützt wurden sie dabei von weiteren Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Die Polizistinnen und Polizisten nahmen an diesem Abend Verkehrsteilnehmende ins Visier, die unter anderem durch riskante Fahrweisen, überhöhte Geschwindigkeit, unnötigen Lärm oder technisch veränderte Fahrzeuge auffielen.
Die Ordnungshüter führten zum einen Geschwindigkeitsmessungen auf der Bundesstraße 62 zwischen Marburg und Stadtallendorf (in Fahrtrichtung Stadtallendorf) durch. Zum anderen waren mobile Kontrollteams in Zivil auf der betroffenen Strecke sowie im Bereich Marburg und Stadtallendorf unterwegs, die nach szenetypischen Fahrzeugen Ausschau hielten. Dabei zogen die Beamten zwei Autos aus dem Verkehr, an denen technische Veränderungen vorgenommen worden waren.
Einer der angehaltenen Wagen verfügte offenbar über eine manipulierte Auspuffanlage und war dadurch zu laut. Selbst nach Abzug einer Toleranz lag der Geräuschpegel noch sechs Dezibel über dem zulässigen Wert, was vom menschlichen Ohr als etwa doppelt so laut wahrgenommen wird.
Beim zweiten Auto waren die Frontscheinwerfer foliert. Zudem war das Fahrwerk so tief eingestellt, dass das hintere rechte Rad am Radkasten schleifte. Es bestand die Gefahr, dass der Reifen platzen könnte. Da die festgestellten Mängel an beiden Fahrzeugen erheblich waren, war nicht nur ein Erlöschen der Betriebserlaubnis die Folge, sondern auch die Sicherstellung der beiden Autos. Entsprechende Überprüfungen durch einen Sachverständigen waren die Folge. Auf die Fahrzeughalter kommen jeweils ein Bußgeld von 135 Euro sowie ein Punkt zu. Gegen die jeweiligen Fahrer wird zudem ein Bußgeld von 90 Euro erhoben. Zudem fallen Kosten im Zusammenhang mit der Überprüfung durch den Sachverständigen an. Diese Kosten können im unteren vierstelligen Bereich liegen.
Bei fünf weiteren Fahrzeugen führten die Kontrollen ebenfalls zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Auch hier wurden technische Veränderungen beziehungsweise Manipulationen festgestellt, die jedoch keine konkrete Gefährdung darstellten, sodass die Fahrer ihre Fahrt fortsetzen durften. Die Ordnungshüter stellten unter anderem Mängelkarten aus. Das bedeutet, dass die Fahrer nachweisen müssen, dass sie ihre Fahrzeuge wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt haben.
In einem Fall führte der Fahrer den erforderlichen Nachweis für sein tiefergelegtes Fahrzeug nicht mit. Für diese Ordnungswidrigkeit zahlte er vor Ort ein Verwarnungsgeld von 25 Euro.
Bei den Geschwindigkeitsmessungen fuhren rund 1.800 Fahrzeuge durch die Messstelle. Beim Großteil der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße müssen die verantwortlichen Fahrerinnen oder Fahrer mit Verwarnungsgeldern rechnen. In sieben Fällen müssen die Verantwortlichen mit Fahrverboten rechnen.
Darunter war auch der „Spitzenreiter“ des Abends: Der Fahrer oder die Fahrerin war mit 179 Kilometern pro Stunde (km/h) statt der erlaubten 100 km/h auf der Bundesstraße unterwegs. Das hat ein Bußgeld von 700 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister sowie ein dreimonatiges Fahrverbot zur Folge.
Nur wenige Sekunden später fuhr ein weiterer Raser mit 164 km/h durch die Messstelle. Aufgrund des kurzen zeitlichen Abstands und der hohen Geschwindigkeiten prüfen die Verkehrsexperten nun den Verdacht eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens. Auf den zweiten Raser kommt ein Bußgeld von 600 Euro, zwei Punkte sowie ein zweimonatiges Fahrverbot zu.
* pm: Polizei Marburg