Den „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ gibt es nicht mehr. 2026 wird aber auch sein Nachfolger nicht vergeben.
2025 war der „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ umbenannt worden in „Deutscher Preis für Audiostories“. Doch diser Preis wird 2026 nicht verliehen. Hintergrund ist der Ausstieg der Film- und Medienstiftung NRW (FMS) aus der Trägerschaft des ehemaligen Hörspielpreises der Kriegsblinden. Nach mehr als 30 Jahren zieht sich die Stiftung zudem auch aus der Umsetzung des Preises zurück.
Als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation ist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) nicht in der Lage, die alleinige Trägerschaft zu übernehmen – der Verband kann die Veranstaltung ohne weitere Partner weder finanziell noch personell umsetzen. Das hat der DBSV am Freitag (24. Juli) bekanntgegeben.
Im vorangegangenen Jahr war zugleich mit der Umbenennung auch eine Einbeziehung von Podcasts beschlossen worden. Zudem wurde die Zahl der Kategorien deutlich erweitert. Weniger wäre wahrscheinlich aber mehr gewesen, weil dann der altehrwürdige und renommierte Hörspielpreis möglicherweise doch noch überlebt hätte.
Ohnehin zeichnen sich manche Hörspiele heutzutage durch wenig Dramaturgie und viel Ideologie aus. In seinen Ursprungsjahren war der Hörspielpreis dagegen eine Auszeichnung, die das Hörspiel als Unterhaltungsmöglichkeit für Blinde in den Vordergrund rückte. Berühmte Autorinnen und Autoren wie Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Günter Eich, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker gehören zu den großen deutschen Hörspielautoren jener Zeit.
päter wurden künstlerische Umsetzungen und Klangcollagen mit dem Preis ausgezeichnet, die mitunter aber weit jenseits des Mainstreams lagen. Die jüngste Entwicklung weist nun aber wieder in eine Richtung, die dem klassischen Hörspiel der 50er Jahre wieder mehr Respekt zollt, das spannende Geschichten mit lebensnahen Geräuschen und literarischer Qualität verband. Gerade Marburg als eine Metropole der Blinden und Sehbehinderten wäre ein guter Ort für diesen Preis, den die Blinden und Sehbehinderten nicht ohne Not preisgeben sollten. Zu wünschen wäre dem Preis, dass er die Zeiten ebenso überdauert wie das Hörspiel, das in dramaturgischer, klanglicher und literarischer Vielfalt immer wieder neue Formen findet und dabei doch weiterhin immer noch hörenswert bleibt.