Nächste Aufstellung: Polizeipräsident präsentierte Verkehrsunfallstatistik

Die Verkehrsunfallstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Mittelhessen hat Polizeipräsident Torsten Krückemeier am Montag (8. Juni) vorgestellt. Sie verzeichnet wWeniger Tote und Schwerverletzte.
Die Verkehrsunfallstatistik 2025 für Mittelhessen zeigt insgesamt einen leichten Anstieg der registrierten Verkehrsunfälle. Mit 23.068 Unfällen verzeichnet sie gegenüber dem Vorjahr 127 Zusammenstöße mehr, was einem Plus von 0,5 Prozent entspricht. Die Anzahl der Unfälle die Personenschäden zur Folge hatten ist um 42 beziehungsweise 1,3 Prozent zurückgegangen. 2025 verloren 31 Menschen in Mittelhessen durch Verkehrsunfälle ihr Leben – 2024 starben 32 Menschen.
Auch die Zahl der Schwerverletzten ist gesunken: 541 Menschen erlitten schwere Verletzungen, das sind 49 Schwerverletzte weniger als 2024. Es entspricht einem Rückgang von 8,3 Prozent.
Die Zahl der Leichtverletzten stieg hingegen um 94 Personen oder 2,6 Prozent auf insgesamt 3.674 Menschen an. 2024 lag sie bei 3.580.
„Hinter jedem Unfall mit Personenschaden stehen persönliche Schicksale“, machte Polizeipräsident Torsten Krückemeier deutlich. „Jeder tödliche Verkehrsunfall bedeutet unermessliches Leid für Angehörige, Freunde und das gesamte persönliche Umfeld der Betroffenen. Auch schwere Verletzungen haben oftmals langfristige private, gesundheitliche und berufliche Folgen. Deshalb bleibt es unser Ziel, die Sicherheit auf den Straßen weiter zu verbessern und Verkehrsunfälle mit schweren Folgen konsequent zu verhindern.“
Dass die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im vierten Jahr in Folge rückläufig ist, sieht der Polizeipräsident als „positives Signal und zugleich als Verpflichtung, unsere Präventions- und Kontrollmaßnahmen weiterhin mit Nachdruck fortzuführen.“ Zu den häufigsten Ursachen, die zu Verkehrsunfällen mit Personenschäden führten, zählten 2025 ungenügender Abstand und überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit.
Von 1.871 Abstandsunfällen in Mittelhessen im Jahr 2025 hatten 599 Verkehrsunfälle Personenschäden zur Folge. Gegenüber dem Vorjahr mit 594 Fällen blieb diese Quote auf einem annähernd gleichen Niveau. Kein Mensch starb im zurückliegenden Jahr infolge eines Abstandsunfalls. 2024 gab es drei Tote aus diesem Grund.
918 Personen trugen leichte Verletzungen davon. 2024 waren es 84. 39 Menschen erlitten schwere Verletzungen. 2024 waren das 46.
Um knapp 10 Prozent stieg die Anzahl der Unfälle aufgrund überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Registrierte die Polizei 2024 noch 1.455 Kollisionen mit dieser Unfallursache, so nahmen die Polizistinnen und Polizisten in Mittelhessen im vergangenen Jahr 1.600 Geschwindigkeitsunfälle auf . Das waren 145 mehr als im Vorjahr.
Bei 520 Geschwindigkeitsunfällen verunglückten 2025 insgesamt 708 Personen. 2024 waren es 492 und damit 5,6 Prozent weniger. Im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsunfällen verloren fünf Menschen ihr Leben. 2024 verzeichnete die Statistik elf Verstorbene.
136 Menschen mussten wegen schwerer Verletzungen behandelt werden. 2024 waren das 159 und damit 23 mehr. 567 Personen kamen mit lediglich leichten Verletzungen davon gegenüber 495 im Vorjahr. Das ist eine Zunahme um 14,5 Prozent.
Geschwindigkeit ist beim Aufprall oftmals entscheidend dafür, ob Unfallbeteiligte leichte oder schwere Verletzungen erleiden oder versterben, denn mit zunehmender Geschwindigkeit erhöht sich die Wucht eines Aufpralls enorm. Die Polizei appelliert daher eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, sich an die vorgeschriebenen Tempolimits zu halten und die Geschwindigkeit jederzeit den Straßen-, Verkehrs- und Witterungsverhältnissen anzupassen.
Zur Bekämpfung von Geschwindigkeitsverstößen führte die Polizei auch im Jahr 2025 umfangreiche Kontrollen durch, bei denen rund 440.000 Fahrzeuge von den verschiedensten Messsystemen erfasst wurden. In etwa 13.200 Fällen hatten sich die Fahrerinnen und Fahrer nicht an die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten. Für rund 1.300 Personen hatte das ein Fahrverbot zur Folge.
Im Bereich der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von sogenannten „E-Scootern“ verzeichnet die Statistik erneut eine deutliche Steigerung. Nachdem im Jahr 2024 noch 95 Unfälle registriert wurden, weist die Statistik für das Jahr 2025 insgesamt 157 Verkehrsunfälle aus. Das entspricht einer Zunahme um 62 Fälle beziehungsweise 65,2 Prozent.
Auch die Zahl der Verletzten stieg deutlich an. Im Jahr 2025 erlitten insgesamt 111 Menschen bei E-Scooter-Unfällen Verletzungen. Im Vergleich zu 60 verletzten Personen im Jahr 2024 war das ein Anstieg um rund 85 Prozent. Zu Todesfällen im Zusammenhang mit E-Scooter-Unfällen kam es – wie auch bereits im Vorjahr – nicht.
In 23 Fällen stellte die Polizei mangelnde Verkehrstüchtigkeit als Unfallursache fest. 17 Unfälle wurden durch Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangverstöße verursacht, in 14 Fällen spielte nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle. E-Scooter haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend als zusätzliches
Verkehrsmittel etabliert. Sie erfreuen sich insbesondere bei jungen Menschen großer
Beliebtheit und werden vielfach spontan und freizeitorientiert genutzt. Gleichzeitig stellen sie
aufgrund ihrer Fahrdynamik mit vergleichsweise hoher Beschleunigung sowie ihrer geringen Wahrnehmbarkeit eine Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer dar. Fehlende
Erfahrung, riskantes Fahrverhalten oder die Nutzung unter Alkohol- oder Drogeneinfluss führen dabei immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen.
Im Landkreis und der Stadt Marburg kam es 2025 zu insgesamt 4.280 Verkehrsunfällen. 2024 wurden 4.300 Unfälle registriert, die Zahl ist also leicht gesunken.
Bei diesen Unfällen wurden 2025 insgesamt 830 Personen verletzt. Zehn Personen starben bei Unfällen. 120 Menschen erlitten 2025 schwere Verletzungen, leicht verletzt wurden 710 Personen. Bei 3.678 der erfassten Unfälle blieb es bei Blechschäden.

* pm: Polizeipräsidium Mittelhessen, Gießen

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