Schüler*innen bauen ihren neuen Schulhof am Philippinum selbst mit. Dabei haben sie Klimaschutz und Bewegungsraum gemeinsam gedacht.
Statt grauer Flächen mit ein paar Sitzmöglichkeiten ist der Innenhof des Gymnasium Philippinum nun ein freundlicher Pausenort mit Platz für Bewegung, mit Pflanzen und offenen Flächen und mit Raum zum Erholen. Bei der Umgestaltung haben die Schülerinnen und Schüler selbst mitgeplant – und mit angepackt.
Bagger bewegen Erde und schwere Steine, Bänke aus Holz wurden bearbeitet. Es wurde gesägt und zusammengebaut, Platz für Pflanzen geschaffen und für einen kleinen Bachlauf: Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Philippinum haben unter Anleitung ihren – in die Jahre gekommenen – Schulhof umgebaut.
Eingebunden waren sie schon bei der Planung. Auch bei der Umsetzung haben sich rund 70 junge Menschen während der Projektwochen tatkräftig eingebracht. Gemeinsam haben sie den Pausenhof naturnah und klimaangepasst gestaltet.
der bislang nahezu vollständig versiegelte und gestalterisch in die Jahre gekommene Hof wird so zu einem grünen Lern-, Aufenthalts- und Erlebnisraum. Das gilt insbesondere in diesem Frühjahr, wenn die im Herbst gesetzten Pflanzen den Innenhof begrünen. Das Vorhaben ist ein Pilotprojekt der Universitätsstadt Marburg und wird anteilig durch die KfW-Bank gefördert.
„Dieses Projekt wurde von einer lebendigen Schulgemeinschaft geplant und umgesetzt und macht den Schulhof zu einem echten Bildungsort, der gleichzeitig zum Aufenthalt und zum „chillen“ einlädt“, schwärmte Bürgermeisterin Nadine Bernshausen. „Mein Dank gilt den über 50 Schüler*innen und den Lehrkräften, die dies ermöglicht haben.“
Der neue Innenhof werde nicht nur schattiger, grüner und lebenswerter. „Er wird auch zu einem Ort, an dem junge Menschen Umwelt- und Klimaschutz ganz praktisch erleben. Es ist ein lebendiger Schulhof, der sich wandelt und entwickelt und der einen großen Mehrwert für die Schulgemeinde hat.“
Stadtrat Dr. Michael Kopatz erklärte: „Mir geht das Herz auf wenn ich sehe, dass eine so große, bislang versiegelte Fläche, nun eine solche Aufenthaltsqualität hat.“ Der Baudezernent fügte hinzu: „Wir wollen diese Flächen den Menschen zurückgeben – euch zurückgeben. Und es ist vorbildlich, wie hier die gemeinsame Planung und Gestaltung lief.“ Der etwa 1.265 Quadratmeter große Innenhof des Gymnasium Philippinum –
bestehend aus einer quadratischen Hauptfläche und einem länglichen Nebenhof – war nahezu vollständig versiegelt. Die Flächenbefestigung war technisch und gestalterisch veraltet, im Sommer kam es durch den sogenannten „Kachelofeneffekt“ zu starker Überhitzung. Es fehlte an Grün, Schatten und Aufenthaltsqualität.
„Nun haben wir hier bewohnte Fledermauskästen und den Tisch reichlich gedeckt für Raupen und Wildbienen, Regenwürmer und Hundertfüßler“, freute sich der Lehrer Tobias Raabe, der das Projekt intensiv begleitet hat. „Wir haben die Natur ins Herz der Schule geholt.“ Setzt euch mittenrein, entspannt euch und erfreut euch am Leben“, forderte er die Schüler*innen bei der Eröffnungsfeier auf. „Wir haben hier ein Ökosystem eröffnet: Es lebt, atmet, wächst und versickert“, erklärte Schulleiter Armin Bothur.
Das partizipative Bauprojekt wurde begleitet von der Firma „ALEA“, von einem Landschaftsarchitekturbüro und von der Universitätsstadt Marburg. Insgesamt hat die Umgestaltung rund 560.000 Euro gekostet. Damit wurde einiges geschaffen.
Dazu zähltetwa eine dezentrale Entwässerung mit Versickerungsanlagen und einer unterirdischen Zisterne, sieben neue Baumstandorte und vielfältige Aufenthalts- und Lernbereiche.m Auf dem Schulhof gibt es Nischen, Bänke und Tische und daneben auch eine Sitzplattform, einen Niedrigseilgarten, einen Bachlauf mit Quellstein und ein Holzdeck, das als Bühne genutzt werden kann. Ergänzt wird die Gestaltung von Stauben und Blütensträuchern und Pflaster und Natursteinblöcken in warmen Farbtönen.
* pm: Stadt Marburg