Für Verkehrssicherheit: Polizei zog Bilanz ihrer Kontrollaktion

Nach dem „Speedmarathon“ am Mittwoch (15. April) hat die Polizei Bilanz gezogen. Bei Kontrollen in Mittelhessen verhängte sie 16 Fahrverbote.
Im Rahmen des „Speedmarathons“ wurden an über 230 Messstellen in Hessen 352.004 Fahrzeuge gemessen. Im Einsatz befanden sich über 570 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen. Bei den Kontrollen stellten die Einsatzkräfte trotz der angekündigten und zuvor veröffentlichten Messstellen 10.248 Geschwindigkeitsverstöße fest. Das entspricht einer Beanstandungsquote – im Verhältnis von Fahrzeugen, die zu schnell fuhren, im Vergleich zu allen gemessenen Fahrzeugen – von rund 2,9 Prozent.
Auf 103 Fahrerinnen und Fahrer, die zu schnell unterwegs waren, kommt nun ein Fahrverbot zu. In 39 Fällen leiteten die Kontrollierenden Strafverfahren ein. Zu Beweiszwecken wurden 44 Blutentnahmen durchgeführt.
An den mehr als 50 – zuvor bekanntgegebenen – Messstellen in Mittelhessen stellten die Kontrollierenden bei insgesamt 1.993 Fahrzeugen Geschwindigkeitsverstöße fest. Darunter befinden sich 16 Fahrerinnen und Fahrer, die erheblich zu schnell fuhren, sodass sie nun mit einem Fahrverbot rechnen müssen.
Trauriger „Spitzenreiter“ der Kontrollen in Mittelhessen war ein Motorradfahrer im Lahn-Dill-Kreis. Das Motorrad wurde auf der Bundesstraße 255 nahe Herborn-Hörbach in einer Baustelle mit 101 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen. Erlaubt waren 50 km/h. In der Konsequenz heißt das: ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte im Fahreignungsregister und 400 Euro Bußgeld.
Auf der Bundesstraße 62 in Höhe Betziesdorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf kam es innerhalb weniger Minuten gleich zu zwei erheblichen Geschwindigkeitsverstößen. Ein BMW und ein VW waren statt der erlaubten 100 km/h mit 151 km/h und 154 km/h unterwegs. Nach Abzug der Toleranzen ergaben sich Geschwindigkeitsüberschreitungen von 46 km/h und 49 km/h. Die Verantwortlichen müssen nun für einen Monat zu Fuß gehen und jeweils mit zwei Punkten in Flensburg sowie einem Bußgeld von 320 Euro rechnen.
Gleich mehrere Strafverfahren ergab die Kontrolle eines Opels: Bei der Überprüfung an der Bundesstraße 457 nahe Gießen stellte sich heraus, dass die am Auto angebrachten polnischen Kennzeichen von einem anderen Fahrzeug stammen. Zudem besteht der Verdacht, dass der Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Seine Fahrt war damit nicht nur beendet, gegen ihn wurde zudem ein Strafverfahren eingeleitet.
„Geschwindigkeit ist weiterhin eine Hauptunfallursache“, erklärte Gesamteinsatzleiter Polizeioberrat Stefan Jilg vom Polizeipräsidium Mittelhessen am Donnerstag (16. April). „Es ist erfreulich, dass sich der Großteil der überprüften Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gestern an die Regeln gehalten hat. Gemeinsam können wir alle für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Als Polizei danken wir ausdrücklich allen, die sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und so aktiv dazu beitragen, schwere Unfälle zu reduzieren und die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren.“
Innenminister Roman Poseck äußerte seinen Dank und unterstrich die Wichtigkeit von Kontrollen: „Ich danke allen Beteiligten aus Polizei und Kommunen. Gemeinsam haben unsere Einsatzkräfte die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit und die oft schwerwiegenden Folgen von Unfällen deutlich in den Mittelpunkt gerückt. Nach den Rückmeldungen vor Ort verliefen die Gespräche überwiegend positiv; viele Bürgerinnen und Bürger zeigten Verständnis und Einsicht. Zugleich macht die Aktion deutlich, dass weiterhin Personen unterwegs sind, die rücksichtslos rasen und konsequent aus dem Verkehr gezogen werden müssen.“

* pm: Polizei Marburg

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