Prof. Dr. Roland Koch übernimmt eine Professur für Allgemeinmedizin am Campus Fulda. Dabei steht die regionale Versorgung im Fokus.
Die akademische Medizin am Standort Fulda erfährt eine bedeutende Stärkung: Zum 1. Oktober 2025 hat Prof. Dr. med. Roland Koch die neu eingerichtete W3-Professur für Allgemeinmedizin am Campus Fulda der Philipps-Universität Marburg übernommen. „Mit dieser Berufung setzt die Universität Marburg gemeinsam mit dem Klinikum Fulda ein deutliches Signal für eine zukunftsweisende, vernetzte Patientenversorgung und eine moderne Ausbildung des medizinischen Nachwuchses“, erläuterte Marburgs Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss.
Koch versteht die Allgemeinmedizin nicht nur als medizinisches Fach, sondern als zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf der digitalen Transformation und der Prävention. Dabei verfolgt er einen klaren humanistischen Ansatz.
„Es geht nicht um Technik als Selbstzweck, sondern darum, durch Telemedizin und Künstliche Intelligenz neue Freiräume für das eigentliche ärztliche Handeln zu schaffen“, erklärte Koch. „Die Kunst der Heilung – das Gespräch und die körperliche Untersuchung – soll durch technische Innovationen wieder in den Mittelpunkt rücken. Davon profitieren alle: Patienten, der medizinische Nachwuchs und die interprofessionellen Teams.“
Am Campus Fulda der Universitätsmedizin Marburg studieren bereits 180 Studierende unter modernsten Lern-Bedingungen. Das Besondere am Standort Fulda ist die enge Kooperation mit der Hochschule Fulda, die eine gemeinsame Ausbildung mit anderen Gesundheitsberufen wie Pflege, Hebammenkunde und Physiotherapie ermöglicht.
Als Leiter der Studienkommission blickt PD Dr. Achim Hellinger stolz auf die bisherigen Erfolge: „Der erste Jahrgang hat im Herbst das Zweite Medizinische Staatsexamen erfolgreich absolviert. Dies unterstreicht die exzellente Qualität der Ausbildung an unserem Campus.“ Ein Kernziel der neuen Professur ist die Überwindung klassischer Sektorengrenzen. Forschung und Lehre sollen einen starken regionalen Bezug erhalten und die Vernetzung zwischen dem Klinikum, den ambulanten Praxen und der häuslichen Versorgung intensivieren.
Vorstandssprecher PD Dr. Thomas Menzel vom Klinikum Fulda, betonte die strategische Relevanz: „Wir freuen uns außerordentlich, mit Prof. Roland Koch einen wissenschaftlich ausgewiesenen Allgemeinmediziner gewonnen zu haben, der die Allgemeinmedizin als modernen Brückenbauer versteht. Wir wollen unser Klinikum noch enger mit den Praxen verzahnen, um eine lückenlose und hochqualitative Versorgung sicherzustellen und freuen uns auf die gemeinsamen Impulse für die Medizin der Zukunft.“
Seit über zwei Jahren werden am Campus Fulda Medizinstudierende der Philipps-Universität Marburg im klinischen Abschnitt ausgebildet. In der hochmodernen Campus-Etage des Klinikums Fulda stehen unter anderem Simulationsräume zur Verfügung, in denen angehende Ärztinnen und Ärzte mit Schauspielpatienten praxisnahe Behandlungssituationen trainieren können.
* pm: Philipps-Universität Marburg