„Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“ lautet der Titel einer Lesung mit dem Bestsellerautor Ole Nymoen. Sie findet am Montag(27. Januar) um 20 Uhr im Kulturladen KFZ an der Biegenstraße statt.
Die Veranstalter sehen darin „ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz“ fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus“. Die Verteidigungsfähigkeit werde zur „Kriegstüchtigkeit“ umerklärt, die Bundeswehr mit hunderten von Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen
Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.
Ole Nymoen erhebt Einspruch: „Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen zusammen, erscheint geradezu absurd. Immerhin sind es junge Männer wie er, die im Kriegsfall gezwungen sind, im Land zu bleiben und ihr Leben zu riskieren, ob sie wollen oder nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der „Dienst an der Waffe“ auch beinhaltet, mit dieser Waffe andere zu töten.“
Und wer bestimmt eigentlich über den „Waffengang“? Ist es wirklich der Demos, das Volk? Nicht kämpfen zu wollen für einen Staat, das ist vor diesem Hintergrund mehr als nur eine individuelle Verweigerung – nämlich ein Akt der Humanität und des Protests für mehr kollektive Selbstbestimmung. In einer Zeit, in der Mobilmachung, „Kriegstüchtigkeit“ und jede Menge Propaganda auf der Tagesordnung stehen, sei das „eine gute Streitschrift, die nicht in den Mainstream einzuordnen ist. Eine intellektuelle Wohltat in mittelalterlich anmutenden Denkschemata von Gut und Böse“.
* pm: Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“