Goalballspiele gewinnen: SSG-Frauen holten Silber bei deutscher Meisterschaft

Silber haben die SSG-Damen nach einem „Nervenkrimi“ bei der Deutschen Meisterschaft geholt. Die Marburger Goalballerinnen überzeugen in Rostock.
Nach dem vierten Platz in der Goalball-Bundesliga bildete die Deutsche Damenmeisterschaft in Rostock den Abschluss der nationalen Saison. Die SSG Marburg sicherte sich dabei mit konstant starken Leistungen die Silbermedaille. Fünf Spiele standen für das Team von Cheftrainer Stefan Weil auf dem Programm, das Kampfgeist, taktische Disziplin und Nervenstärke zeigte. Lediglich dem Deutschen Meister RGC Hansa Rostock musste sich Marburg geschlagen geben.
Den Auftakt bildete am Samstag (22. November) die Begegnung mit dem Titelverteidiger Rostock. Die SSG startete konzentriert und hielt die erste Halbzeit mit 2 zu 4 offen, unterlag am Ende jedoch deutlich mit 2 zu 11.
Im zweiten Spiel gegen BVSV Nürnberg überzeugte vor allem die Defensive. Die Marburgerinnen ließen kaum Chancen zu und nutzten ihre Gelegenheiten konsequent. Dank starker Leistungen von Nationalspielerin Annkathrin Denker endete die Partie mit einem 4 zu 1.
Das dritte Spiel gegen den BSS Ilvesheim entwickelte sich zu einem echten Krimi. Zur Halbzeit lag Marburg 5 zu 7 zurück, doch mit großem Kampfgeist und Treffern von Ida Popp, die Goalball inklusiv spielt, und Denker drehte die SSG das Spiel in den letzten Minuten und gewann 10 zu 8.
Am Sonntag (23. November) zeigten die Marburgerinnen einen souveränen Auftritt gegen die Black Bulls Schwerin. Die Mannschaft dominierte von Beginn an das Spielgeschehen. Durch die Rotationen von Trainer Weil und Assistent Bernold Sann erhielten auch jüngere Spielerinnen wichtige Einsatzminuten. Jugendnationalspielerin Dunja Radaideh sammelte so wertvolle Spielpraxis vor ihrem internationalen Turnier in Barcelona, und Alina Bese trug sich in die Torschützenliste ein. Der Endstand lautete 7 zu 2 für Marburg.
Im abschließenden Duell um die Silbermedaille traf die SSG auf SSV BS Königs Wusterhausen. Nach einem 1:2-Halbzeitrückstand glich Marburg durch einen verwandelten Penalty aus. In der Schlussphase zeigte die Abwehr um Centerspielerin Jelan Alkhalaf Stabilität, während Ida Popp mit zwei Treffern den 4:3-Sieg und die Vizemeisterschaft sicherte.
Neben der Silbermedaille wurde Weil für sein vorbildliches sportliches Verhalten mit dem „Fairplay-Award“ ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurden sein fairer Umgang während des Spieltags in Schwetzingen – als er ein Tor gegen seine Mannschaft bestätigte – sowie die Entscheidung, einen Penalty gegen die Mecklenburger Stiere am Sonntag nicht zu nutzen.
Bundestrainer Weil blickte positiv auf das Wochenende zurück: „Die Gegner waren dieses Jahr stärker als im Vorjahr. Ich bin sehr stolz, dass wir erneut Silber erreicht haben. Das Turnier hat viele Facetten unserer Mannschaft gezeigt: Wir haben uns nach Rückständen nicht aufgegeben, bei engen Spielen die Ruhe bewahrt und defensiv konsequent gearbeitet.“
Die Vizemeisterschaft seist verdient, erklärte er. „Gleichzeitig müssen wir weiter an uns arbeiten, um die Lücke zu Rostock zu verringern – eine gute Halbzeit reicht gegen den Deutschen Meister nicht. Mir ist ein faires Miteinander auf und neben dem Spielfeld wichtig, und diese Einstellung gebe ich meinem Team immer wieder mit. Deshalb freut mich die Auszeichnung besonders.“
Damit ist die nationale Saison im Goalball für die SSG Marburg beendet. 2026 startet die Mannschaft mit dem ersten Spieltag der 2. Bundesliga am 24. Januar in der Sporthalle der Carl-Strehl-Schule (CSS).

* pm: SSG BliStA Marburg

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