Mensch bleiben: Die Post geht uns ab

„Die Post geht ab“, hieß es früher. In Marburg wandert die Post jetzt ab.
Seit Samstag (22. November) gibt es keine Post mehr an der Bahnhofstraße. In dem Gebäude des ehemaligen Marburger Hauptpost residiert nun nur noch die Postbank. Die nächste Post finden Marburgerinnen und Marburger nun am Steinweg.
Ohnehin unterhält die Deutsche Post AG schon länger gar keine eigenen Filialen mehr. Vielmehr bedient sie ihre Kundschaft über Agenturen. Bei Beschwerden können auch freundliche Bedienstete dort nicht wirklich weiterhelfen.
Wer die Hotline der Deutschen Post und ihres Paketdiensts DHL anruft, wird dort von einer „Künstlichen Intelligenz“ namens „Jana“ empfangen. Während das Adjektiv „künstlich“ einigermaßen zutrifft, ist das Substantiv „Inttelligenz“ aber absolut unpassend. Intelligent ist dieses System nicht im Geringsten, wenn es die Anrufenden in lange Warteschleifen schickt, um sie danach mit unzureichenden Antworten ratlos rauszuwerfen. Aber das Ding heißt ja auch „Na ja“!
Wer auf diese – nicht gerade weise – Weise Geschäfte machen möchte, der verwechselt das Wort „Geschäft“ mit seiner Bedeutung als ein Handel zwischen Menschen zu gegenseitigem Nutzen mit jener Verrichtung, über die feine Leute eher nicht spreche mögen. Was würden wir wohl dafür geben, zu Zuständen zurückkehren zu können, als die Menschen noch auf die „Servicewüste Deutschland“ geschimpft haben! Damals konnte man kaum ahnen, dass das doch das reinste Paradies war gegenüber denjenigen Zeiten, wo die Post baulich und telefonisch ihren endgültigen Abgang macht.

* Franz-Josef Hanke

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