Tödliche Gefahr: Marburg-Virus grassiert in Äthiopien

Das Marburg-Virus wütet in Äthiopien. Im November 2025 sind sechs Menschen daran gestorben.
Weitere neun Verdachtsfälle hat die Weltgesundheitsorganisation (WhO) in Genf Mitte November gemeldet. Die äthiopische Regierung hat bislang drei Todesfälle bestätigt. Die meisten Betroffenen waren im Gesundheitswesen tätig.
Nach Angaben äthiopischer Exilanten versucht die Regierung, die Krankheit zu vertuschen. Ministerpräsident Abiy Ahmed fürchte um Einnahmen aus dem Tourismus, lautet der Verdacht. Eine Ärztin, die öffentlich vor dem Virus warnte, sei verhaftet worden.
Laut Einschätzung der WHO ist das Marburg-Virus noch gefährlicher als Ebola. Von 235 Erkrankten haben bisher nur 25 überlebt. Die Infektionskrankheit gehört zur Gruppe der „viralen hämorrhagischen Fieber“. Übertragen wird der Erreger durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Schweiß.
Benannt ist das Virus nach einer – 1967 in Marburg ausgebrochenen – rätselhaften Krankheit. Am 24. August 1967 gab es die ersten Berichte über Krankheitsfälle im Umfeld der Marburger Behringwerke. Schon am 20. November des selben Jahres identifizierten Experten des Instituts für Virologie der Philipps-Universität gemeinsam mit Kollegen aus Hamburg den Erreger. Seither ist das Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg weltweit führend bei der Erforschung des Marburg-Virus.
Ähnlich wie bei den ersten Covid-19-Infektionen in China setzt auch die äthiopische Regierung offenbar auf eine Verfolgung der Warnerinnen und Warner anstelle einer Bekämpfung der Infektion. Welche Folgen das bei einer dermaßen tödlichen Krankheit wie dem Marburg-Virus haben kann, mag man sich lieber nicht ausmalen. Eine solche Politik kann nur mit dem Wort „mörderisch“ klassifiziert werden.

* Franz-Josef Hanke

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