Tagung zum Jubiläum: Forscher diskutieren über 50 Jahre Marburg-Virus

In diesen Tagen jährt sich die Erstbeschreibung des berüchtigten Marburg-Virus zum 50. Mal. Am 24. August 1967 gab es die ersten Berichte über Krankheitsfälle im Umfeld der Marburger Behringwerke.
Schon am 20. November des selben Jahres identifizierten Experten des Instituts für Virologie der Philipps-Universität gemeinsam mit Kollegen aus Hamburg den Erreger. Das Institut nimmt den Jahrestag zum Anlass, um von Mittwoch (13. September) bis Samstag (16. September) eine virologische Fachtagung in Marburg durchzuführen. Dabei berichtet Prof. Dr. Werner Slenczka als Zeitzeuge über die Identifizierung des Marburg-Virus.
Als die tückische Seuche im im Sommer 1967 erstmals in Marburg auftrat, kündigte sich die Infektion zunächst mit typischen Grippe-Symptomen an. Die Patienten litten an hohem Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen.
Aber schon nach kurzer Zeit erlitten die Betroffenen innere Blutungen. Binnen weniger Tage forderte die Krankheit fünf Todesopfer.
Den Wissenschaftlern des Marburger Instituts für Virologie war schnell klar, dass es sich um einen noch unbekannten Erreger handeln musste. In der kleinen oberhessischen Universitätsstadt ging die Panik um.
Bald stellte sich heraus, dass Alle Verstorbenen bei den Behringwerken beschäftigt waren und Kontakt hatten zu inneren Organen oder zum Blut einer afrikanischen Affenart, die dem Pharmaunternehmen zur Herstellung eines Impfstoffs diente. Im November 1967 wiesen die Virologen nach, dass die Affen die Überträger der tödlichen Keime waren.
Heute weiß man, dass es sich um das erste Auftreten einer neuen, fadenförmigen Virusfamilie handelte. Wissenschaftler nennen sie „Filoviren“. Die spannende Geschichte um die todbringende „Marburger Krankheit“ ist Grund genug für das Institut für Virologie der Philipps-Universität, zum 50. Jahrestag der Entdeckung des Marburg-Virus das 9. Internationale Filoviren-Symposium nach Marburg zu holen.
Slenczka gehörte zu den Forschern, die an der Identifizierung des Erregers beteiligt waren. Am Freitag (15. September) berichtet er in der Aula der Alten Universität über die Umstände, die zur ersten Beschreibung des Virus führten. Seinen Abendvortrag wird er in englischer Sprache halten.
Das weitere Programm der Tagung umfasst Vorträge zur Struktur von Filoviren, zu ihrer Wirkungsweise und Ausbreitung, zu Abwehrreaktionen des Körpers, zu Impfstoffen und weiteren klinischen Maßnahmen. Zu den tödlichen Vertretern der Virusfamilie zählt neben dem Marburg- auch das Ebola-Virus.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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