„H_CORE“nennt sich der Verbund in Mittelhessen im Wettbewerb um den Titel „Exzellenzuniversität“. Die Universitäten in Gießen und Marburg habennihn gemeinsam eingereicht.
Mit einem innovativen Vorhaben bewerben sich die beiden traditionsreichsten Universitäten in Hessen gemeinsam um den begehrten Titel „Exzellenzuniversität“. Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität Marburg haben zum 12. November 2025 einen Verbundantrag unter dem Titel „H_CORE – Hessian Collaboration for Research Excellence“ in der zweiten Wettbewerbsrunde in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten eingereicht. Mit der „Exzellenzstrategie“ soll der Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert werden.
Der Antrag „H_Core“ baut auf einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte in Mittelhessen auf: Im Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) arbeiten die Philipps-Universität Marburg, die JLU und die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) auf vielen Ebenen und deutlich sichtbar zusammen. Daher ist die THM als assoziierte Partnerin am Projekt „H_Core“ beteiligt. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) sowie vier außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind starke Partner. Die am Vorhaben „H_CORE“ beteiligten Institutionen mit ihren nationalen und internationalen Partnerinnen und Partnern werden ihre Kompetenzen in Zukunft noch stärker bündeln und Synergien fruchtbar machen.
„H_CORE steht auf einem starken Fundament, auf dem wir in unserem gemeinsamen Antrag auf Förderung als Exzellenzuniversität aufbauen“, ist sich JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz sicher. „Den Beweis, dass Forschungsexzellenz mit renommierten Partnerinnen und Partnern nicht an Großstädte oder Metropolregionen gebunden ist, haben die Universitäten Gießen und Marburg mit vier erfolgreichen Exzellenzclustern erbracht.“
Der Marburger Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss betont: „Wir verfügen in Mittelhessen über eine ausgezeichnete Forschungsumgebung. Die strategische Ausrichtung unserer Spitzenforschung hat uns gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Erfolg in der ersten Förderlinie der Exzellenzstrategie geführt. Dieses Momentum nehmen wir als Ansporn, unsere Forschung mit internationaler Strahlkraft in einem innovativen Vorhaben zu bündeln und zusammen in den Wettbewerb um den Titel Exzellenzuniversität zu gehen.“
Wissenschaftsminister Timon Gremmels sagte: „Erstmals in der Geschichte stehen hessische Universitäten im Wettbewerb um den renommierten Titel „Exzellenzuniversität“ und die damit verbundene finanzielle Förderung. Ins Rennen gehen starke Verbünde mit ebenso starken Anträgen. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten – insbesondere den Präsidien der antragstellenden Universitäten. Sie haben die Anträge in den vergangenen Monaten mit außerordentlichem Engagement und viel Herzblut vorbereitet. Die Zusammenarbeit in den Verbünden ist seit vielen Jahren erfolgreich gelebte Praxis. Ich begrüße die Antragstellung daher nachdrücklich, denn Kooperationen ermöglichen es, individuelle Stärken zu bündeln und Synergien zu schaffen, die weit über die einzelnen Universitäten hinausreichen. Wir unterstützen und begleiten beide Bewerbungen mit großer Entschlossenheit und hoffen, nach den großen Erfolgen im Wettbewerb um die Exzellenzcluster, nun auch auf ein erfolgreiches Abschneiden in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten.“
Deutlichen Rückenwind für ihr ambitioniertes Verbundvorhaben haben JLU und UMR durch ihren herausragenden Erfolg in der Exzellenzstrategie erhalten, in der beide Universitäten mit insgesamt vier Exzellenzclustern überzeugen konnten. Diese Cluster widmen sich großen Zukunftsthemen wie Herz-Lungen-Krankheiten, Anpassungsfähigkeit des menschlichen Gehirns, Energiespeichermedien und Bekämpfung des Klimawandels mit Hilfe von Mikroben. Im Exzellenzcluster „M4C – Microbes for Climate“ der Philipps-Universität Marburg, des Marburger Max-Planck-Instituts für Terrestrische Mikrobiologie und des LOEWE-Zentrums SYNMIKRO ist auch die Gießener Bioinformatik beteiligt, im Cluster „TAM – The Adaptive Mind“ arbeiten Forschende aus Gießen, Marburg und Darmstadt zusammen.
Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 25.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften –
bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern wie Wilhelm Conrad Röntgen und Wangari Maathai.
Die Philipps-Universität Marburg steht für die Verbindung von Grundlagenforschung, zukunftsorientierter Anwendung und Bildung in einer großen fachlichen Vielfalt des Wissens. Die 1527 gegründete Universität bietet ausgezeichnete Lehre für ihre mehr als 21.000 Studierenden und stellt sich mit exzellenter Forschung in der Breite der Wissenschaft den wichtigen Themen der Zeit. Marburg bietet als Volluniversität eine große Fächerbreite in Geistes-, Sozial-, Lebens-, Naturwissenschaften und der Medizin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Profilbereichen „Sicherheit, Ordnung, Konflikt“, „Sprachdynamik“, „Materialien, Grenzflächen, Halbleiter“, „Geist, Gehirn, Verhalten“, „Mikrobiologie, Biodiversität, Klima“, „Virologie und Infektionsbiologie“ sowie „Entzündung, Immunologie, Tumorbiologie“. Mit elf Nobelpreisträgern – darunter Emil von Behring – und 14 Leibniz-Preisträger*innen gehört die Philipps-Universität zu den führenden Forschungseinrichtungen des Landes Hessen.
* pm: Philipps-Universität Marburg