Gemeinsam den Richtsberg gestalten soll das „Forum Richtsberg 2035“. Die Auftaktveranstaltung ist am Samstag (22. November).
Den Richtsberg gemeinsam zu entwickeln, darum geht es bei der Auftaktveranstaltung zum „Forum Richtsberg 2035“. Alle Richtsbergerinnen und Richtsberger sind eingeladen, mitzuwirken und eine Vision für den Stadtteil mit zu entwickeln. Los geht es am Samstag (22. November) um 14 Uhr in der Richtsberg Gesamtschule (RGS).
Der Richtsberg ist Marburgs größter und vielfältigster Stadtteil mit vielen Angeboten. Aber: Im Hinblick auf den Hitzeschutz, das Wohnumfeld oder den Verkehr gibt es noch Entwicklungspotenzial. Nun geht die Stadt Marburg die Themen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern an.
Bevor erste städtebauliche Maßnahmen starten, erarbeitet die Stadt gemeinsam mit dem Stadtplanungsbüro „ProjektStadt“ und den Menschen vom Richtsberg ein Integriertes Städtebauentwicklungskonzept (ISEK). Am Samstag (22. November) ab 14 Uhr haben alle Bewohner*innen, Engagierten und Gewerbetreibenden vom Richtsberg zusammen die Gelegenheit, ihre Ideen einzubringen. Jede Meinung und Perspektive ist gefragt. Die Mitmach-Angebote finden sich im Forum der Richtsberg Gesamtschule am Karlsbader Weg.
Auf Basis eines ersten Entwurfs des beauftragten Stadtplanungsbüros können die Teilnehmenden ihre Perspektiven, Fragen, Wünsche und mögliche Kritik zu geplanten Maßnahmen in den Bereichen soziale und kulturelle Infrastruktur, Wohnumfeld, nachbarschaftliches Zusammenleben, öffentlicher Raum, Hitzeschutz, Nahversorgung, nachhaltige Mobilität, lokale Ökonomie und Sicherheit im Stadtteil einbringen. Dabei soll das „Forum Richtsberg 2035“ bei allen ernsten Themen vor allem auch Spaß machen und die Menschen vom Richtsberg zusammenbringen. In Kleingruppen werden deshalb zu den verschiedenen Themen vielfältige „Mitmach-Aktionen“ angeboten.
Es gibt kostenlose Verpflegung und Getränke. Ausklingen wird der Tag bei der „Offenen Bühne“, die ab 18 Uhr mit einem bunten Programm vom Richtsberg stattfindet. Außerdem haben alle nach der Teilnahme die Möglichkeit, an einer Umfrage zum Kulturangebot der Stadt teilzunehmen und dabei Freikarten für Kino, Theater oder Comedy in Marburg zu gewinnen.
Damit auch Menschen zu Wort kommen, die sich oft eher weniger beteiligen, geht die Stadt für das „Forum Richtsberg 2035“ neue Wege. Von allen Anwohnenden des Richtsbergs werden dafür 300 Zufallspersonen ausgelost. Diese Leute schreibt die Stadt zunächst per Brief an. In einem zweiten Schritt werden sie persönlich von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Stadträtin Kirsten Dinnebier oder Stadtrat Dr. Michael Kopatz an der Haustür eingeladen. Die Gespräche werden durch Übersetzung oder Dolmetschung unterstützt.
Selbstverständlich ist die Beteiligungsveranstaltung darüber hinaus auch für alle weiteren Interessierten, Gewerbetreibenden und Engagierten des Richtsberg offen. Sprachmittler*innen für Arabisch und Russisch unterstützen bei der Verständigung. Für alle anderen Sprachen steht ein Übersetzungsgerät zur Verfügung. Auch eine Übersetzung in Gebärdensprache wird – genauso wie Assistenzen für Menschen mit Behinderung – angeboten.
Das „Forum Richtsberg 2035“ knüpft mit seinem Beteiligungsansatz direkt an das „Stadtlabor Richtsberg“ an, das mit dem Stadtjubiläum „Marburg800“ begonnen hatte. 2023 wurden dort im Kontext von vielfältigen Kultur- und Beteiligungsangeboten Ideen und Wünsche der Bewohnerschaft für ihren Stadtteil gesammelt, die maßgeblich in die Bewerbung des Stadtteils für die erneute städtebauliche Förderung einflossen. Denn mit der aktuellen Zusage wurde der Stadtteil bereits zum zweiten Mal vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum für die Städtebauförderung „Sozialer Zusammenhalt“ – ehemals „Soziale Stadt“ – ausgewählt.
Das „Forum Richtsberg 2035“ schafft dabei die Gelegenheit, sich an der konkreten städtebaulichen Planung für den Richtsberg zu beteiligen. Gemeinsam können Anwohnende, Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung sowie Planerinnen und Planer eine Vision für den Stadtteil in zehn Jahren schaffen.
Das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ verfolgt die Ziele, die Wohn- und Lebensqualität sowie die Nutzungsvielfalt in den Quartieren zu erhöhen, die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu unterstützen und den Zusammenhalt in der Nachbarschaft zu stärken. Teilhabe wird dabei betont. Bisher stellt der Bund seit 2020 den Ländern insgesamt jährlich 200 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Die Länder verteilen diese Gelder auf ausgewählte Kommunen, deren Antrag dafür die Grundlage bildet.
* pm: Stadt Marburg
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