Marburg startet eine Mitfahr-App für die Region. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hat das Projekt am Dienstag (23. September) vorgestellt.
Mehr als 29.000 Menschen pendeln täglich nach Marburg. Viele davon sind auf denselben Strecken zu ähnlichen Zeiten unterwegs. Damit diese Wege künftig leichter geteilt werden können, stellt die Universitätsstadt Marburg gemeinsam mit Partnern die Mitfahr-App von „goFlux“ vor, die nun in Marburg als Kampagne „goMR“ startet. Sie ist ab sofort in Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf verfügbar.
Mit „goMR“ können Pendlerinnen und Pentler unkompliziert Fahrgemeinschaften bilden. Das ist unabhängig davon, ob sie denselben Arbeitgeber haben oder sich bislang nicht kannten. Aber auch, wer abends ins Theater möchte oder eine Mitfahrgelegenheit zum Einkaufen benötigt, kann mit der „goFLUX“-App Fahrgemeinschaften suchen oder anbieten. Die App bringt Menschen mit ähnlichen Routen zusammen, reduziert so Verkehr und Emissionen und schont zugleich den Geldbeutel.
„Wir wollen, dass klimafreundliche Mobilität im Alltag einfach funktioniert“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies bei der Vorstellung der App.
„Jede Fahrt, die wir gemeinsam antreten, spart CO2, reduziert den Verkehr und stärkt das Miteinander. Mit der Mitfahr-App für Marburg und die ganze Region machen wir einen weiteren Schritt hin zu einer nachhaltigen und vernetzten Mobilität in Marburg und im Landkreis.“
Die „goFLUX“-App ermöglicht es, unkompliziert Fahrgemeinschaften zu bilden: Fahrende können ihre Strecken in der App eintragen, Mitfahrende passende Angebote finden. Der Download und die Registrierung in der goFLUX-App sind kostenfrei, die Bereitstellung der App für Marburg-Biedenkopf wird von der Stadt Marburg finanziert.
Für Mitfahrten können mit den Mitfahrenden bis zu drei Euro pro Fahrt als Kostenteilung vereinbart werden. Fahrerinnen und Fahrer können aber auch komplett auf einen Kostenanteil verzichten. Als besonderes Angebot gibt es zum Beginn der „goFLUX“-App in Marburg zudem ein Startbudget, über das die ersten 1.000 Fahrten finanziert werden – und die somit für die Nutzer*innen kostenfrei sind.
Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, die „goFLUX“-App möglichst zeitnah zu nutzen. „Wichtig ist, dass gleich zu Beginn viele Nutzer*innen Fahrten eintragen und auch suchen, damit sich passende Fahrgemeinschaften schnell finden“, erläuterte Spies. „So kann die App ein nachhaltiger Erfolg werden.“ Der Oberbürgermeister ergänzte: „Wir stellen dieses Angebot gerne bereit. Nun müssen die Menschen es mit Leben und Fahrten füllen.“
Das Ziel ist, die aktuelle Auto-Besetzung von nur 1,3 Personen pro Fahrt deutlich zu steigern. So sollen Emissionen gesenkt, Straßen in Stadt und Region entlastet und zugleich Kosten für Pendelnde reduziert werden.
„Der tägliche Stau ist kein Naturgesetz“, betonte Wolfram Uerlich von goFlux Mobility. „Fahrgemeinschaften bieten eine konkrete Lösung – gerade in Regionen wie Marburg, wo viele Menschen zu ähnlichen Zeiten unterwegs sind. Wenn wir gemeinsam fahren, senken wir Emissionen, sparen Kosten und stärken den sozialen Zusammenhalt. Mit goMR machen wir nachhaltige Mobilität alltagstauglich.“
Finanziert wird das Projekt von der Universitätsstadt Marburg. Damit sich die App unter dem Kampagnentitel „goMR“ erfolgreich etabliert, werben zahlreiche Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheit für das Angebot. Unterstützt wird die Kampagne etwa vom Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Industrie- und Handelskammer sowie dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).
„Im Landkreis werden 26 Prozent der Treibhausgase durch Verkehr erzeugt“, erläuterte Ralf Laumer. „Hier gibt es also ein großes Potential, Treibhausgase auch durch Fahrgemeinschaften zu reduzieren.“ Der Leiter der Stabsstelle „Büro des Landrats“ ist unter Anderem für Klimaschutz zuständig. „Wir kommunizieren diese App gerne in die Kreis-Kommunen hinein – und auch als Arbeitgeberin in unsere Kreisverwaltung.“
Jan Steinhaus vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) ergänzte: „Durch gemeinsame Fahrten können unsere Beschäftigten Geld sparen und zugleich Gutes für die Umwelt tun. Und es hilft auch uns, die immer knappen Parkmöglichkeiten direkt am Standort besser zu nutzen.“
Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Oskar Edelmann von der IHK Kassel-Marburg betonte: „goMR ist ein wichtiger Schritt Richtung nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilität und ein Beispiel für eines der Projekte in MoVe35, die alle mitgetragen haben und die nun auch umgesetzt werden sollen“ Wenn die App erfolgreich sei, werde der städtische Verkehr entlastet. Das sei umweltfreundlich und wirtschaftlich sinnvoll. „Wir als IHK werden die App und den Gedanken der Fahrgemeinschaften daher gerne in die Unternehmen hineintragen.“
Technischer Partner von „goMR“ ist die goFLUX Mobility GmbH aus Köln, die die App bereits in anderen Regionen und Städten wie Bonn, Ingolstadt und Hamburg erfolgreich umgesetzt hat. Die App fördert die Bildung von Fahrgemeinschaften unter Pendelnden und bietet eine nachhaltige Alternative zum Individualverkehr. Dabei ist die App DSGVO-konform, die Daten sind auf einem Server in Hessen gespeichert; und den Fahrerinnen und Fahrern werden keine privaten Adressen der Mitfahrenden angezeigt. Stattdessen schlägt die App Treffpunkte vor.
* pm: Stadt Marburg