Finanzen vor: 14 hessische Hochschulen kritisieren Hochschulpakt

Eine „Innovations-bremse statt Zukunftsbooster“ sei der Hessische Hochschulpakt. Das haben die die Senate aller hessischen Hochschulen am Dienstag (15. Juli) in einer gemeinsamen Stellungnahme zum aktuellen Hochschulpakt erklärt.
Die hessischen Hochschulen tragen in erheblichem Maße zur Demokratiebildung in der Gesellschaft, zur regionalen wie gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung und zur Strahlkraft des Landes Hessen bei, indem sie Innovationen ermöglichen und Fach- und Führungskräfte ausbilden. „Wissen ist unsere wichtigste Ressource“, erklärten sie. Ein starker Wissenschaftsstandort sichere den Wohlstand des Landes Hessen. „Bildungsausgaben von heute sind Investitionen für morgen.“
Die Eckdaten des neuen Hochschulpakts werden unweigerlich zu Kürzungen an den hessischen Hochschulen führen, die einer Höhe von zehn Prozent des Personalbudgets der Hochschulen entsprechen. Dieser Einschnitt wird auch durch die geplanten jährlichen Aufstockungen der Finanzzuweisungen nicht ausgeglichen. Der geplante Hochschulpakt wird die hessischen Hochschulen nachhaltig schwächen.
„Eine – auch nur mittelfristige – Unterfinanzierung wird sich über mehrere Jahrzehnte negativ auf den Forschungsstandort und auf die Wahrnehmung unseres verfassungsrechtlichen Auftrags auswirken“, erklärten die Senate der 14 hessischen Hochschulen. „Eine Verstärkung bereits bestehender Wettbewerbsnachteile für die hessischen Hochschulen im Vergleich zu den Hochschulen anderer Bundesländer ist die zwingende Konsequenz. Qualität und Attraktivität unserer Studienangebote, die Leistungsfähigkeit der Forschung und des Wissenstransfers sowie die Anziehungskraft der Hochschulen als Arbeitgeber stehen zur Disposition. Auch die erzielten und zukünftigen Erfolge im Exzellenzwettbewerb werden hierdurch konterkariert.“
Die Senatorinnen und Senatoren der 14 hessischen Hochschulen setzen ihre ganze Kraft für die Entwicklung von Forschung und Lehre am Wissenschaftsstandort Hessen als wesentliche Grundlage der Gesellschaft ein. Sie erwarten eine prioritäre Berücksichtigung angesichts der Bedeutung der Wissenschaft für das Land Hessen. Sie fordern eine auskömmliche Finanzierung der Hochschulen, den vollen Ausgleich von Tarifsteigerungen sowie Inflation und einen jährlichen Aufwuchs der Finanzmittel. Nur so können die aus Steuergeldern finanzierten Erfolge der letzten Jahre gesichert und weiterentwickelt werden.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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