Heftig verfolgt: Elke Therre-Staal erhielt Bronzene Ehrennadel der Stadt

Mit der Bronzenen Ehrennadel der Stadt hat Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Kommunalpolitikerin Dr. Elke Therre-Staal ausgezeichnet. Sie vertrat die Interessen der Bürgerschaft fast zwölf Jahre lang in der Stadtverordnetenversammlung (StVV).
Im voll besetzten Historischen Saal des Rathauses nahm Spies im Beisein von Bürgermeister Wieland Stötzel und Stadträtin Kirsten Dinnebier zusammen mit Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk die Auszeichnung vor. „Ehrenamtliche Kommunalpolitik ist in der Regel ein unterschätztes Feld“, hob das Stadtoberhaupt hervor. „Die Leute glauben, Kommunalpolitikerinnen und -politiker verdienen Geld und stehen im Zentrum der Macht. Die Wahrheit ist aber, dass sie viel Arbeit in ihrer Freizeit leisten und Verantwortung für das Allgemeinwohl übernehmen.“
Ein politisches Amt bringe nicht immer Anerkennung in der Öffentlichkeit. Oft stehe man insbesondere als Kommunalpolitikerin oder Kommunalpolitiker in der Kritik für Entscheidungen, die man zum Wohle der Allgemeinheit getroffen habe, sagte Spies bei der Verleihung des Ehrenabzeichens. „Es gibt wenige Formen des Ehrenamtes, die so uneigennützig sind wie die Mitarbeit in einem kommunalen Gremium“, fuhr Spies fort.
Therre-Staal ist Mitglied der Grünen. Als Mitglied der Fraktion war sie fast zwölf Jahre lang in der Stadtverordnetenversammlung. Vom 11. November 2005 bis zum 5. Juli 2017 gehörte sie dem Gremium an.
Seit 2009 war sie zudem stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin. Auf eigenen Wunsch legte Therre-Staal schließlich ihr Mandat nieder.
Zum Dank und zur Anerkennung ihres Engagements für die Allgemeinheit hat der Magistrat beschlossen, die Kommunalpolitikerin mit der Bronzenen Ehrennadel der Universitätsstadt Marburg auszuzeichnen. Spies hob hervor, dass Therre-Staal die Auszeichnung auch besonders verdient habe, weil sie sich über ihre politische Tätigkeit hinaus etwa bei der Flüchtlingshilfe außergewöhnlich engagiert.
Wölk lobte Therre-Staal als „engagierte und absolut zuverlässige Kollegin“. Auch wenn sie nicht immer einer Meinung gewesen seien, habe die Geehrte ihre Meinung immer in bester demokratischer Art vertreten und sei dabei immer sachlich geblieben. Insbesondere für Frauenrechte und gegen Diskriminierung habe sich Therre-Staal eingesetzt, betonte Wölk.
Therre-Stahl nahm die Ehrung „dankbar entgegen“. Passend zu ihrem Einsatz in der Politik widmete sie die Auszeichnung zwei Frauen, die selbst diskriminiert wurden, durch ihr Handeln gegen diese Diskriminierung aber viel bewegt haben.
Die Eine ist Rosa Parks, die als Schwarze 1955 entgegen der damaligen rassistischen Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) einem Weißen ihren Platz im Bus nicht überlassen wollte. Die Zweite ist Katharina Lips aus Betziesdorf, die im 17. Jahrhundert als sogenannte „Hexe“ verfolgt wurde. „Leider ist Hexe noch heute ein Schimpfwort für engagierte Frauen“, bedauerte Therre-Staal abschließend.
Die Bronzene Ehrennadel der Universitätsstadt Marburg können Bürger bekommen, die mindestens zehn Jahre als Stadtverordnete, Mitglieder des ehrenamtlichen Magistrats, hauptamtliche Wahlbeamte, Ortsvorsteher sowie Mitglieder der Ortsbeiräte tätig waren. Die Ehrung kann nach dem Ausscheiden aus dem Amt vom Magistrat beschlossen werden.

* pm: Stadt Marburg

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