Am Straßenrand: Gruppe bedrohte Autofahrer

Mehrere Streifen rückten am Dienstag (15. November) in die Straße „Zum Elisabethbrunnen“ in Schröck aus. Ein Autofahrer war von dort geflüchtet, nachdem mehrere Personen seinen Wagen gestoppt und ihn bedrängt hatten.
Gegen 20.35 Uhr war der 24-jährige Polo-Fahrer in Richtung Marburg unterwegs. Am Ortsausgang lief eine Gruppe von jungen Frauen und Männern auf der Fahrbahn, sodass er sein Tempo auf Schrittgeschwindigkeit reduzieren musste. Einer der Männer hielt ein Messer in der Hand und forderte den Marburger aggressiv schreiend auf, den Polo zu stoppen.
Bevor die Gruppe seinen Wagen gänzlich umstellen konnte, legte er den Rückwärtsgang ein, drehte und fuhr davon. Noch während der Fahrt informierte er über Notruf die Polizei und gab Personenbeschreibungen ab. Wenige Minuten später trafen Streifen der Marburger Polizei auf der Landstraße zwischen Schröck und Marburg auf drei Frauen und einen jungen Mann, der ein Messer in der Hand hielt.
Der Aufforderung der Polizistinnen und Polizisten, das Messer fallen zu lassen und sich auf den Boden zu legen, kam er sofort nach. Nachdem ihm die Polizisten Handschellen angelegt hatten, ergoss der 19-Jährige eine Schimpf-
und Beleidigungstirade über die Beamtinnen und Beamten. Zudem wurde der stark alkoholisierte Marburger zunehmend aggressiv und verletzte sich durch Aufschlagen seines Kopfes auf den Asphalt selbst.
Eine Rettungswagenbesatzung übernahm die Erstversorgung des Festgenommenen, eine weitergehende Untersuchung erfolgte in der Universitätsklinik. Letztlich wurde der Mann einem Arzt in einer psychiatrischen Einrichtung vorgestellt, der eine zwangsweise Einweisung aussprach.
Auch während der Aufnahme durch den Arzt beleidigte und bedrohte der 19-jährige Mann fortwährend die Polizistinnen und Polizisten sowie das Klinikpersonal. Er trat und schlug nach ihnen und versuchte sie anzuspucken.
Bei den drei – an der Landstraße angetroffenen – Frauen handelte es sich um Familienangehörige des Festgenommenen. Offensichtlich befand sich der stark alkoholisierte junge Mann in einer persönlichen Ausnahmesituation. Die Ermittlungen zum Tatmotiv des 19-jährigen Mannes sowie die Tatbeteiligungen der Frauen beziehungsweise weiterer – bisher nicht bekannter – Personen sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Ein Bereitschaftsstaatsanwalt ordnete Blutentnahmen bei dem 19-jährigen Mann an. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln unter anderem wegen versuchter räuberischer Erpressung, versuchtem räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer sowie wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung. Der 19-jährige Mann war in der Vergangenheit bereits mehrfach Beschuldigter von Straftaten unter anderem wegen Rohheits- und Gewaltdelikten.
Nach dem neuerlichen Vorfall wurde er am Mittwoch (16. November) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg einem Haftrichter vorgeführt. Der Richter erließ den beantragten Sicherungshaftbefehl gegen den Marburger.
Die Ermittler schließen derzeit nicht aus, dass neben dem 24-jährigen Polofahre am Dienstagabend auf der Ortsdurchfahrt in Schröck noch weitere Verkehrsteilnehmer von der Gruppe genötigt oder bedroht wurden. Sie bitten diese möglichen Opfer sowwie Zeugen, die den mutmaßlichen Angriff auf den Polofahrer dort gegen 20.35 Uhr beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 06421/406-0 bei der Marburger Polizei zu melden.

* pm: Polizei Marburg

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