Expertise für Experten: Mitglieder für Patientenrat gesucht

Aus dem Wartezimmer in die Forschung wirkt der neue Patientenrat. Marburgerinnen und Marburger tauschen sich dort zu Forschungsprojekten und Studien am Fachbereich Medizin aus.
Den Patientenrat hat die Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin der Philipps-Universität ins Leben gerufen. Die Mitglieder beraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Umsetzung ihrer Forschungsprojekte, indem sie ihre Erfahrungen und Erwartungen als Patientinnen und Patienten einbringen – das ist für alle Beteiligten ein großer Gewinn.
„In der medizinischen Forschung wird es immer wichtiger, Patientinnen und Patienten stärker zu beteiligen, und das in jeder Phase eines Forschungsvorhabens oder einer Studie“, erklärte Dr. Veronika van der Wardt. Gemeinsam mit Karen Clausen koordiniert sie den Patientenrat und moderiert die monatlichen Treffen.
„Für wen forschen wir denn?“, fragte die wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Natürlich insbesondere für die Menschen, die von einer Krankheit betroffen sind. Es ist daher unheimlich wichtig, die Perspektive der Patientinnen und Patienten mit einzubeziehen.“
Die Mitglieder bringen ihre Erfahrungen mit einer Krankheit oder der Gesundheitsversorgung im Allgemeinen ein. In vielen Fällen geschieht das auch schon zu Beginn eines Forschungsprojekts oder einer Studie. Das können vermeintliche Kleinigkeiten sein wie Dokumente, die an Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer gerichtet sind und von den Mitgliedern des Patientenbeirats auf Verständlichkeit geprüft werden.
Zum Beispiel wird auch diskutiert, welche Prioritäten in Bezug auf Forschungsfragen oder mögliche Ziele einer Studie gesetzt werden sollten. Gegründet wurde der Patientenrat bereits im Juni 2021 – aufgrund der Corona-Pandemie fanden die Treffen zunächst komplett online statt.
„Seit Anfang des Jahres treffen wir uns in Präsenz hier in der Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin auf den Lahnbergen“, berichtete van der Wardt. Derzeit gibt es sieben Mitglieder. Das sind Marburger Bürgerinnen und Bürger, die sich einmal im Monat zusammenfinden. Forschende der Abteilung stellen dann laufende Projekte oder Projektideen vor und regen mit gezielten Fragen die Diskussion an.
„Dieser Austausch ist für beide Seiten ein großer Gewinn, da Motivationen, Sichtweisen, Erwartungen und Befürchtungen der jeweils anderen Gruppe transparenter werden“, erläuterte Clausen. „Medizinerinnen und Mediziner können zum Beispiel eigene Routinen hinterfragen und Patientinnen und Patienten mehr Verständnis für den Arztberuf und die Abläufe im Gesundheitssystem erlangen. Das baut Vertrauen auf und trägt wesentlich zum Forschungserfolg und zu einer besseren Arzt-Patienten-Kommunikation bei.“
Die Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin freut sich über weitere Mitglieder im Patientenrat, um möglichst vielfältige Perspektiven mit einfließen zu lassen. Die Fahrtkosten zu den monatlichen Treffen werden erstattet, darüber hinaus erhalten die Mitglieder eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme.
Interessierte können sich direkt an Dr. Veronika van der Wardt oder Karen Clausen wenden. Weitere Informationen gibt es unter uni-marburg.de/B2tjd.

* pm: Philipps-Universität Marburg

Kommentare sind abgeschaltet.