Eingesammelt: Humboldt-Professur für Hofmann

Prof. Stefan G. Hofmann erhielt am Donnerstag (12. Mai) die Humboldt-Professur. 21 Wissenschaftler wurden mit Deutschlands höchstdotierten internationalen Forschungspreis ausgezeichnet.

Die Alexander von Humboldt-Professur holt internationale Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher an deutsche Universitäten. Nach einer coronabedingten Pause nahmen im Jahr 2022 insgesamt 21 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Auszeichnung in Berlin entgegn. Unter ihnen war auch Hofmann, der im Sommer 2021 zum ersten Humboldt-Professor der Philipps-Universität ernannt wurde. Überreicht wurden die Preise von der Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger sowie dem Stiftungspräsidenten Hans-Christian Pape.

Hofmann ist eine internationale Koryphäe auf dem Gebiet der Angststörungen und Depressionen. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften und klinischer Psychologie. So machte er unter anderem Erkenntnisse über die neuronalen Vorgänge bei Angststörungen im Gehirn, die für die Prozesse der Verhaltenstherapie nutzbar sind. Außerdem untersuchte er, wie mittels Bildgebung durch MRT-Aufnahmen Biomarker ermittelt werden können, die Aussagen über den Erfolg und Verlauf von psychotherapeutischen Verfahren zulassen. In Marburg ist Hofmann maßgeblich am Aufbau eines Zentrums für Translationale Klinische Psychologie beteiligt. Es soll Erkenntnisse aus der neurowissenschaftlichen Forschung für die Klinische Psychologie verfügbar machen.

Hofmann studierte Psychologie an der Philipps-Universität, wo er 1990 das Diplom in Psychologie ablegte und 1993 promovierte. Nach Tätigkeiten an Universitäten in Göttingen und Dresden und einem DAAD-Forschungsstipendium an der Stanford University in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), wechselte er 1996 an die Boston University, USA. Dort hat er seit 2008 eine Professur am Department of Psychological and Brain Sciences inne und leitet das Psychotherapy and Emotion Research Laboratory. Hofmann gehört seit 2016 jährlich zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und ist der Verfasser von Standardlehrwerken der klinischen Psychologie. Er erhielt viele Preise, wie etwa 2017 den Humboldt Forschungspreis, und er ist Fellow der American Association for the Advancement of Science. Zeitgleich zur Alexander von Humboldt-Professur trat Hofmann 2021 eine LOEWE-Spitzenprofessur an der Philipps-Universität an.

Die Alexander von Humboldt-Professuren werden einmal pro Jahr vergeben und sind mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotiert. Das Preisgeld ist für die ersten fünf Jahre Forschung in Deutschland bestimmt. Finanziert werden die Professuren über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

*pm: Philipps-Universität Marburg

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