Gärtnerische Entwicklungshilfe: Hecken und Sträucher bis Ende Februar zurückschneiden

Hecken und Sträucher darf man nur noch bis Ende Februar zurückschneiden.Das soll Lebensräume von Tieren und ihren Nachwuchs schützen.
Bei schönem Wetter werkeln viele Menschen gerne in ihren Gärten. Sträucher, Büsche und Hecken sollten jedoch schon vor dem Frühjahr in Form gebracht werden.
Denn wenn die Brutsaison ab März startet, bauen viele Tierarten ihre Nester in Gehölzen. Daher dürfen stärkere Gehölzrückschnitte nur in Herbst und Winter und damit noch bis Montag (28. Februar) vorgenommen werden.
Im Frühjahr und im Sommer brüten viele Tierarten. Gerade in Sträuchern, Gebüschen und Hecken finden sie Schutz. Amseln, Grünfinken, Rotkehlchen und andere Vogelarten sowie Kleintiere, wie der Igel, verstecken sich nicht nur gern in dichtem Gestrüpp, sie ziehen dort auch ihren Nachwuchs groß.
Damit sie dabei sicher und ungestört sind, sollten Pflegeschnitte an den Pflanzen bis spätestens 28. Februar gemacht werden. Das regelt das Bundesnaturschutzgesetz, wonach Hecken und andere Gehölze vom 1. März bis 30. September weder stark zurückgeschnitten noch entfernt werden dürfen.
Hecken und Sträucher im Herbst und Winter zurückzuschneiden, trägt nicht nur zum Erhalt der Artenvielfalt bei, sondern bietet auch große Vorteile. Zum einen ist das Astgerüst der Gehölze durch das fehlende Laub gut sichtbar. Dadurch kann beim Schneiden die natürliche Wuchsform der Pflanzen berücksichtigt werden.
Zum anderen erübrigt sich der Rückschnitt von Gartengewächsen im Sommer, sofern er im Winter entsprechend großzügig vorgenommen wurde. Zur Verkehrssicherung müssen dann lediglich einzelne Äste, die auf Gehwege oder die Straße ragen, noch einmal gekürzt werden.
Wer noch mehr zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen möchte, kann das Schnittgut im Garten zu einem kleinen Haufen zusammentragen. Er bietet –
gegebenenfalls ergänzt durch zusammengerechtes Laub – einen Unterschlupf für verschiedene Kleintierarten.
Grundsätzlich kann Gartenabfall über die grüne Tonne entsorgt werden. Reicht einem Haushalt eine grüne Tonne nicht aus, stellt die Stadt gerne eine zweite grüne Tonne kostenlos zur Verfügung. Größere Mengen losen Baum- und Heckenanschnitts – Rasenschnitt und Laub ausgenommen – werden auch ganzjährig gegen eine geringe Gebühr abgeholt.
Das gilt aber nur für Grundstücke, die an die öffentlich-rechtliche Entsorgung angeschlossen sind. Unbebaute Grundstücke im Außenbereich sind von diesem Service ausgeschlossen.
Gehölzschnitt darf zudem nicht in der Landschaft entsorgt werden. Das gilt als Verstoß gegen das Abfallbeseitigungsrecht und wird ordnungsrechtlich verfolgt.
„Grüne Karten“ für die Abholung liegen bei Banken und Sparkassen, dem Stadtbüro, der Mobilitätszentrale der Stadtwerke, den Verwaltungsaußenstellen der Universitätsstadt Marburg und bei den Ortsvorstehern aus. Bei Fragen stehen die Mitarbeitenden des Abfallservicebüros im Kundenzentrum der Stadtwerke Marburg (SWM) Am Krekel unter der Rufnummer 06421/205-850 zur Verfügung. Wer wissen möchte, wie noch mehr für die Artenvielfalt im eigenen Garten getan werden kann oder Fragen dazzu hat, wendet sich an die Untere Naturschutzbehörde der Universitätsstadt Marburg unter der Telefonnummer 06421/ 201-1708 oder per Mail an naturschutz@marburg-stadt.de.

* pm: Stadt Marburg

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