Betrugsversuch: Falsche „Tochter“ und „Polizeibeamter“ am Telefon

Richtig Glück hatte eine 70 Jahre alte Frau, dass ein Betrugsversuch scheiterte. Das Drama ging am Freitag (30. Juli) um 15.50 Uhr los.
Als eine weinende Frau anrief, vermutete die 70-jährige Seniorin, dass es sich um ihre Tochter handelte und sprach sie entsprechend an. Die Anruferin bestätigte, dass sie die Tochter sei und erzählte von einem Radfahrer, der nach einem von ihr verursachten Unfall ums Leben gekommen sei. Danach reichte sie das Telefon an einen angeblichen Polizeibeamten weiter, der die völlig geschockte Seniorin letztlich dazu brachte, online-Überweisungen auf ein litauisches Konto durchzuführen, um eine Inhaftierung der Tochter abzuwenden.
Als die Überweisungen aufgrund von Sicherheitseinstellungen des Kontos scheiterten, veranlasste der angebliche Polizist die Seniorin sogar zu einem Anruf bei der Bank, um Echtzeitüberweisungen ins Ausland freischalten zu lassen. Glücklicherweise scheiterte auch dieser Versuch, sodass die 70-jährige Frau letztlich keinen Vermögensschaden erlitt.
Als die Betrüger aufgelegt hatten, rief das Opfer bei der Polizei am Wohnort der Tochter an, um Informationen über den angeblichen Unfall zu erhalten. Dort erfuhr sie dann, dass es einen solchen Unfall nicht gab und sie ganz offenbar Opfer von Betrügern am Telefon geworden ist. Erfahrungsgemäß ist mit weiteren Anrufen im Landkreis und in den angrenzenden Landkreisen zu rechnen.
„Wer nicht Opfer von Betrügen am Telefon werden will, sollte sofort auflegen, wenn es am Telefon ums Geld geht“, riet Polizeisprecher Martin Ahlich. „Es ist völlig egal, welche Story am Telefon erzählt wird und wofür der Anrufer Geld benötigt. Wer helfen will, sollte erst auflegen und dann selbst den angeblich Hilfesuchenden unter der ihm bekannten Telefonnummer zurückrufen.“

* pm: Polizei Marburg

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